Grippe ist jetzt auch in Remscheid angekommen

Kurz vor Karneval ist Grippe jetzt auch in Remscheid angekommen. Im Fachdienst Gesundheitswesen der Stadt Remscheid gehen zunehmend Labormeldungen über Nachweis der Influenzafälle ein, ebenso die Anrufe besorgter Bürger. Aktuell sind rund zwanzig Fallmeldungen über die Labore in Remscheid eingegangen, und es werden nicht die letzten bleiben. Nach Information des Robert-Koch-Instituts übersteigt die Zahl der Erkrankungsfälle in NRW diejenigen vom Vorjahr deutlich.

Die (Grippe) Influenza wird durch Viren ausgelöst und ist im Gegensatz zu der harmlosen, wenn auch recht lästigen Erkältung eine schwerwiegende Erkrankung. Sie kann bei besonders empfänglichen Personen, wie Älteren, kleinen Kindern und chronisch Kranken,  zu Komplikationen und sogar Todesfällen führen.

Eine Behandlung der Grippe, wenn sie einmal ausgebrochen ist, kann nur rein symptomatisch erfolgen, d.h. man behandelt die Komplikationen oder beugt diesen vor. Auch die sogenannten Neuraminidasehemmer (wie z.B. Tamiflu® oder Relenza®) wirken sich lediglich verkürzend auf die Krankheitsdauer aus oder mildern die Symptome etwas ab. Prophylaktisch müssten sie über Wochen, d.h. so lange die Epidemie dauert, eingenommen werden um wirksam zu sein.

Derzeit kann man sich die Grippe aufgrund der hohen Aktivität der Viren praktisch überall zuziehen. Das liegt daran, dass bereits Menschen vor Beginn der eigentlichen Krankheitssymptome bereits Grippeerreger ausscheiden. Diese können dann als Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) oder auch über Gegenstände wie Türklinken etc. übertragen werden. Infektiös ist ein Erkrankter dann für gut und gerne 7 Tage, die Übertragungswahrscheinlichkeit ist sehr hoch und sie ist dort am größten, wo viele Menschen zusammenkommen, zum Beispiel in Verkehrsmitteln, an Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr, in Schulen, Kindergärten oder Kaufhäusern. Und natürlich ganz besonders bei den bevorstehenden "tollen Tagen".

Nach aktuellem Influenza-Wochenbericht der AG Influenza des Robert-Koch-Instituts werden die aktuellen Grippefälle überwiegend durch die Influenza A H2N3 ausgelöst, die dafür bekannt ist, bei Kindern und älteren Menschen schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verursachen. Daher wurde besonders für diese Personengruppen, aber auch für medizinisches Personal und Pflegepersonal, eine Grippeimpfung empfohlen. Leider zeichnet sich in dieser Saison erneut ab, dass nur weniger als die Hälfte der geimpften Personen von der Schutzwirkung der Impfung profitieren werden. Das liegt an der starken Veränderungsfreudigkeit der Viren. Zwar ist auch im Impfstoff der o.g. Virustyp enthalten, jedoch hat sich dieser möglicherweise zwischenzeitlich so stark verändert, dass die Impfung eine Erkrankung nicht ganz verhindern kann. Die Geimpften sind jedoch trotzdem deutlich im Vorteil, da bei ihnen die Erkrankung milder und mit weniger Komplikationen verläuft.

Häufig wird der Fachdienst Gesundheitswesen mit der Frage konfrontiert, wie man sich gegen die Grippe schützen kann und ob jetzt noch eine Impfung sinnvoll ist. Die Antwort ist nicht ganz einfach. Einerseits ist die Grippe zwar im vollen Gange, andererseits wird durch die Karnevalstage möglicherweise ein ordentlicher Schub erwartet. Unter diesen Bedingungen würde eine Impfung, sofern der Impfstoff noch erhältlich ist, Sinn machen, da es etwa 14 Tage dauert, bis sich ein Impfschutz ausbildet, und der Karneval erst in zwei Wochen so richtig losgeht.

Ansonsten bleiben nur noch die allgemeinen Hygienemaßnahmen: häufiges Händewaschen mit warmem Wasser und konventioneller Flüssigseife, Abstand halten von Niesenden und Hustenden, kein Händeschütteln, Begrüßungsküsschen und vor allem: kein Präsentismus am Arbeitsplatz! Kranke sollten die Grippe zu Hause auskurieren anstatt sie an Kollegen weiter zu reichen.


06.02.2017
 

Pressestelle

Frau Viola Juric