Hochhaus in Wuppertal evakuiert - Brandgefahr in Remscheid?

Bildnachweis: Stadt Remscheid / Katja Teich
Die gestern vollzogene Evakuierung von 27 Menschen aus einem Wuppertaler Hochhaus wegen gravierender Brandschutzmängel wirft auch in Remscheid die Frage nach einer akuten Brandgefahr an Hochhausfassaden auf. Remscheids Stadtspitze kommt heute nach einer Abstimmung zwischen Experten der örtlichen Feuerwehr und dem Bauordnungsamt zu diesem Ergebnis: Hinweise auf eine akute Brandgefahr, die eine Evakuierung von Menschen wegen Gefahr im Verzug rechtfertigen würden, sind derzeit nicht erkennbar. Allerdings wird geprüft, ob gemeinsam mit den Hauseigentümern weitere Nachweise hinsichtlich der Qualität der Hausfassaden erforderlich sind.

Nach der Landesbauordnung NRW (Paragraf 2 Absatz 3) sind als Hochhäuser Gebäude einzustufen, bei denen der Fußboden von mindestens einem Aufenthaltsraum mehr als 22 Meter über der Geländeoberfläche liegt. Bei der Ermittlung der Höhe von Hochhäusern ist der maßgebliche Bezugspunkt die Geländeoberfläche, die am Berührungspunkt mit dem Gebäude am tiefsten liegt. 

Nach dieser Definition fallen im Stadtgebiet Remscheid derzeit fünf Gebäude in die Typisierung der Hochhäuser. Insbesondere für Hochhäuser gelten dabei die speziellen Regelungen der sogenannten Sonderbauverordnung. So sieht der Gesetzgeber für Hochhäuser unter anderem verpflichtend vor, dass ausschließlich nicht brennbare Materialien in Wärmedämmverbundsystemen verbaut werden dürfen. 

Ein validen Nachweis über die einzelnen Materialkomponenten der Hochhausfassaden lässt sich weder durch eine bloße Inaugenscheinnahme der Gebäude noch auf Grundlage städtischer Datenbestände führen. Eine Gefährdungsabschätzung gelingt deshalb nur in Zusammenarbeit mit den Eigentümern der betroffenen Gebäude.


28.06.2017
 

Pressestelle

Frau Viola Juric