Denkmal des Monats November 2011

Bismarckturm im Stadtpark (Dr.-Hans-Schäfer-Sternwarte)
Bismarckturm

Geschichte

Otto von Bismarck, der „Reichsschmied“ und „Bauherr des Reiches“, starb 1898 (01.04.1815 - 30.07.1898). Dem „Eisernen Kanzler“ zum Gedenken entstanden in der Folgezeit zahlreiche Ehrenmale. Die Denkmale entsprangen der deutschen Sehnsucht nach Nationaldenkmälern, die im Völker­schlachtdenkmal bei Leipzig (Baubeginn: 1898, Einweihung: 1913) gipfelte.

Die Idee des Nationalen, das sich Herausstellen vor anderen Nationen und die Besinnung auf die eigene glanzvolle Kunstgeschichte äußerten sich neben anderem Gedankengut in einer Monu­mentalität, die gleichermaßen alle Bauwerke dieser Zeit miteinander verbindet.

Bevor am 1. April 1900 die „Feier der Grundsteinlegung des Bismarckthurmes im Stadtparke zu Remscheid“ stattfinden konnte, wurde ein Wettbewerb vom Remscheider Verschönerungs­verein ausgeschrieben. Eingereicht wurden 195 Entwürfe, von denen nach erster Sichtung durch das Preisgericht 85 Arbeiten näher untersucht wurden. Veröffentlicht wurden die prämierten Entwürfe im Band VIII, Heft 8 der „Deutschen Konkurrenzen“ von 1897, aus dem auch die nachfolgenden Zitate stammen (Quelle: Stadtarchiv Remscheid).

Bismarckturm Ansichtszeichnung zum Bauantrag 1899

Das Preisgericht setzte sich zusammen aus den Remscheider Honoratioren Moritz Böker (Direktor und Ingenieur), Stadtbaurat a.D. Bües, W. Fischer (Architekt) und Geheimer Kommerzienrat B. Hasenclever.

Die Obergrenze für die Baukosten wurde auf „15.000 Mark“ beschränkt. Als Preisgelder wurden „300 Mark“ für den ersten Preis und „200 Mark“ für den zweiten Preis ausgesetzt; die Möglich­keit, Ankäufe diverser Entwürfe für „100 Mark“ zu tätigen, wurde eingeräumt.

Viele der eingereichten Arbeiten erfüllten trotz überzeugendem Entwurf nicht das Kriterium des einzuhaltenden Kostenrahmens. Negativ wurden auch bewertet die mangelnde Rücksichtnahme auf die „ungünstigen klimatischen Verhältnisse“, die „Verwendung zu vielen Holzwerkes“, „unbequeme Treppenanlagen“ und „unsicher erscheinende Konstruktionen“.

Schließlich kamen 19 Entwürfe in die engere Wahl. Der erste Preis konnte nach intensivem Studium einstimmig an die Architekten F. Pützer und H. Jansen aus Aachen vergeben werden, deren Entwurf mit dem Kennwort „Dem Reichsschmied“ gekennzeichnet war. Mit dem zweiten Preis wurde die Entwurfsarbeit des Architekten G. Jähnicke aus Berlin belohnt (Kennwort: „Wappen Bismarcks“).

Weitere vier Arbeiten wurden angekauft:

-     „Remscheid 97“, Architekt F. Berger aus Berlin

-     „Bergisch“, Architekt F. Brantzky aus Köln

-     „1. April“, Architekten R. Kiehl und W. Thurm aus Braunschweig

-     „Dankfried“, Architekten Adams und Zander aus Halle a/S.

Nach Überarbeitung des Wettbewerbsentwurfes durch die Architekten Pützer und Jansen konnte am 22.02.1899 das Baugesuch vom Remscheider Verschönerungsverein zur Errichtung eines Bismarckturmes eingereicht werden.

Die nun aus dem Turm und diesen rechts und links im Halbrund rahmenden Säulengängen be­stehende Baugruppe zierte im Entwurf das umlaufende Spruchband mit dem Text: „Ihrem Ehrenbürger Fürsten Otto von Bismarck dem deutschen Reichsschmied A(nno) 1898“.

Der im zweiten Weltkrieg stark zerstörte Bau konnte erst 1964/65 wieder aufgebaut und an höchster Stelle mit einer Sternwarte versehen werden.

Bismarckturm Schnitt und Seiteansicht zum Bauantrag 1964

Beschreibung

Sockel und Turmschaft des natursteinsichtigen Bismarckturmes bestehen aus Basaltlava bzw. Dolomitgestein. Erker, Gesimse, Portalkranz und Wappen sind aus Sandstein erstellt. Für die Kopfdarstellungen unterhalb der Plattform kam ursprünglich wahrscheinlich ein Mörtel aus Lavaschlacke bzw. gebrochenem Gestein zur Anwendung.

Die Höhe des Turmes beträgt vom Eingangsniveau bis zum höchsten Punkt der Kuppel etwa 26,80 m. Die Kuppel der Sternwarte steht heute anstelle des ursprünglichen Pyramidendaches, das mit der Skulptur eines Adlers bekrönt war.

Der Bismarckturm wurde am 20.11.1984 in die Denkmalliste der Stadt Remscheid eingetragen.

 

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