Denkmal des Monats Juli 2012

Jahnplatz - Sportplatz Lüttringhausen

Geschichte

Als Folge der Stadterhebung von Lüttringhausen 1856 schlugen sich bis ins frühe 20. Jahr­hundert einzelne überörtliche und auch neue Funktionen in spezifischen Baukörpern nieder, die außerhalb des engen Ortskernes an der Peripherie errichtet wurden. Neben Rathaus, kath. Kirche, Schwimmbad und Post zählt auch der architektonisch qualitätvolle Neubau der Turn­halle mit dem Sportplatz dazu. Turnhalle und Sportplatz wurden zwar nicht zeitgleich er­richtet bzw. ange­legt, bilden aber dennoch eine nicht teilbare Einheit.

Foto Friedrich Ludwig Jahn
Friedrich Ludwig Jahn

Mit der Turnbewegung des frühen 19. Jahrhunderts sind Namen wie Johann Christoph Friedrich Guts Muths (1759 - 1839) und Friedrich Ludwig Jahn (1778 - 1852) verbunden, die sich beide für eine gymnastische Erziehung der Jugend einsetzten. 1811 eröffnete Jahn den ersten Turnplatz auf der Hasenheide in Berlin. Jahn wollte durch das Turnen weitgehend eine vaterländische Ge­sinnung und Wehrbereitschaft erzeugen. Zusammen mit Schützen, Sängern und Burschen­schaften waren die Turnvereine Zentren der nationalen Bewegung und für ein geeintes Deutsch­land. Nach dem Verbot der Turnbewegung 1820 - 1842 sahen die Turner in der Reichsgründung 1871 ihren nationalen Traum erfüllt.

In der Folgezeit fanden zahlreiche Wettkämpfe in den verschiedensten Sportdisziplinen statt, 1896 schließlich die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit. In nahezu allen Orten wurden Turn­vereine gegründet und Sportplätze angelegt.

Der Sportplatz in Lüttringhausen steht in dieser Reihe und ist daher bedeutend für die Ge­schichte Lüttringhausens und die Geschichte des Sportes.

Beschreibung

Der Zugang des Platzes liegt an der Klausener Straße, unmittelbar neben der unter Denkmal­schutz stehenden Turnhalle und ist durch einen schlichten Eisenzaun mit einem kleinen Kassen­häuschen aus Holz markiert.

Eingangsbereich Stand 2000

Der Sportplatz bestand zum Zeitpunkt der Unterschutzstellung 2001 aus einem Spielfeld mit Laufbahn und einer seitlicher Sprunggrube, einer Platzbegrenzung mit einem Geländer aus weiß ge­strichenen Eisenstangen in Brüstungshöhe, einer äußeren  Platzeinfassung mit Lindenbäumen und und einer ge­schnittene Buchenhecke sowie einem eng gefassten Holz-Staketenzaun.

Fußballfeld Stand 1999

Der Unterschutzstellungsumfang wurde wie folgt festgesetzt:

Spielfeld - Plateau des Sportplatzes, Erdwall zur Kreuzbergstraße und August-Erbschloe-Straße, umlaufende Reihe des Baumbestandes, Staketenzaun, Buchenhecke, Bruchsteinmauer mit Tafel zum Verbindungsweg Klausener Straße / Remscheider Straße, Originalabsperrung im Eingangs­bereich zwischen Kassenhäuschen und Platz, Kassenhäuschen.

Steintafel Stand 2000

In die südliche Stützmauer ist eine Steintafel mit der gemeißelten Datierung „ Jahnplatz 1928“ integriert und in der Höhe herausgehoben.

Plan zur Umgestaltung Stand 2011

Mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II der Landesregierung NRW wurde der Sportplatz Lüttringhausen im Jahr 2011 umfangreich neu gestaltet. Multifunktionsflächen wie Baskettball- und Beachvollyballfelder sowie ein kleineres Kunststoffrasenfeld wurden angelegt, so dass auch nicht vereinsgebundene Sportler die Möglichkeit haben, zeitgleich zum Schul- und Vereinssport die Anlage zu nutzen. Das große Fußballfeld wurde ebenfalls mit Kunststoffrasen gestaltet. Mit der Gesamtmaßnahme konnte der Jahnplatz zukunftsorientiert aufgewertet werden.  

Trotz nutzungsbedingter Veränderungen ist der bauliche, in der Entwicklung stimmig bei­be­haltene Zusammenhang der Gesamtkonzeption der Sportanlage erhalten.

Baskettballfeld Stand 2012

Der Sportplatz wurde am 02.12.2001 in die Denkmalliste der Stadt Remscheid eingetragen.

 

Kontakt

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