Denkmal des Monats November 2012

Konrad-Adenauer-Straße 31-33, Teo Otto Theater

Geschichte

Foto Theater 1918
Theater in der Brüderstraße 1918
Foto Theater nach 1938
Theater in der Brüdestraße 1938

Der Ursprung des heutigen Teo Otto Theaters befand sich in der Brüderstraße, in der Konzerthalle "Germania". Das ursprüngliche Haus wurde nach einem Brand 1891 mit einer Fassade im neoklassizistischen Stil wieder aufgebaut.

Dieser Bau wurde 1938 architektonisch überformt und von "Städtisches Schauspielhaus" in "Stadttheater" umbenannt.

1943 wurde das Theater bei dem Bombenangriff auf Remscheid zerstört.

Zu Beginn der 1950er Jahren entschied sich der Rat der Stadt Remscheid, das Stadttheater an einem neuen Standort wieder aufzubauen. Unter Einbeziehung von Mauerresten des kriegszerstörten Gesellschaftshauss „Concordia“ in der Konrad-Adenauer-Straße (früher Villenstraße) wurde 1953 mit den Bauarbeiten begonnen.

Dieser Neubau spiegelt den hohen Stellenwert des Theaters und dessen Bedeutung für die Remscheider Bevölkerung wider, denn die dringendste Bauaufgabe bestand in jener Zeit nicht im Theaterbau, sondern im Wohnungsbau. Selbst der Wiederaufbau des Remscheider Rathauses wurde erst später abgeschlossen.

Ansicht nach 1954

1952 wurde mit einem ersten Bauabschnitt nach Plänen des Architekten Ernst Huhn aus Düsseldorf begonnen. Ernst Huhn baute mit Paul Bonatz und Julius Schulte-Frohlinde in den Jahren 1954 - 1956 die „Deutsche Oper am Rhein“ in Düsseldorf, eines der wichtigsten Musiktheater Westdeutschlands. In der architek­tonischen Konzeption und vielen Details sind Übereinstimmungen mit dem Remscheider Erstwerk zu erkennen.

Die Eröffnung des Theaters fand am 03.10.1954 statt.

Im September 2001 wurde das Theater nach einem der bekanntesten deutschen Bühnenbildner des 20. Jahrhunderts, dem aus Remscheid stammenden Teo Otto (1904-1968) umbenannt.

Beschreibung

Das Teo Otto Theater zählt zu den qualitätvollen Leistungen der Remscheider 1950er Jahre Archi­tektur und besitzt Zeugnischarakter als frühes Objekt der Nach­kriegsarchitektur. Bei dem Theater paaren sich gestalterische Qualität, stadträumliche Zusammen­hänge im Hinblick auf seine spezifische, stadtgeschichtliche Bedeutung und eine Verbundenheit mit der Tradition und der Historie des Ortes. Es dokumentiert die Würde der baulichen Anfänge nach dem Bombenkrieg in Remscheid.

Das Raster der Werksteinfassade gliedert in sachlich kühler Form den zentralen 2-geschossi­gen Mittelbau. Nebengebäude, als solche schon durch ihre geringere Höhe erkennbar, ordnen sich seitlich bei. Aus der strengen Flucht greifen lediglich das Vordach, das Trauf­gesims und die hohe Fenstergruppe des oberen Foyers über die Fassade hinaus.

unteres Foyer nach 1954

Ein besonderes Spannungsverhältnis entwickelt sich zwischen dem Außen und dem Innen. Der „Architektur der Bescheidenheit“ wird ein elegantes Interieur entgegen ge­setzt. Dies zeigt sich beispielhaft an:

- den geschwungenen Treppen im Erdgeschoss und den großzügigen Wendel­treppen zum oberen Foyer,

- der Zonierung des Erdgeschosses durch unterschiedliche Niveaus, 

oberes Foyer nach 1954

- dem offenen Raumcharakter durch filigran eingestellte Glaselemente,

- der aparten Farbigkeit,

- der kunstvollen Lichtinszenierung,

- den kontrastreichen Blickwinkel,

- dem klaren Design des Mobiliars und der Leuchten.

In den Jahren 2002/2003 erfolgte eine umfangreiche Sanierung. So wurden unter anderem das originale Farbkonzept wieder hergestellt, historisches Mobiliar aufgearbeitet und ergänzt, der Zuschauerraum saniert, die Bühne erneuert und Brand- und Schallschutzmaßnahmen ausgeführt.

Foto Ansicht
Ansicht

Bereits im Jahr 2000 wurde links neben dem Haupteingang für die Theaterkasse ein Windfang errichtet.

Im Zuge der Umbenennung des Theaters wurde 2004 der Schriftzug „Teo Otto Theater“ auf dem Vordach im Stil der 1950er Jahre errichtet.

Nachdem im Jahr 2011 die Technik der Untermaschinerie (Bühnenboden, Orchesterpodium) saniert werden konnte, ist für die Sommerpause 2013 die Sanierung der Technik der Obermaschinerie (Schürboden, Prospektzüge) geplant. 

 

Das Gebäude „Konrad-Adenauer-Straße 31-33, Theater“ wurde am 11.01.2000 in die Denkmalliste der Stadt Remscheid eingetragen.

 

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