Agenda 2030

Im September 2015 wurden auf dem UN-Gipfel in Paris von allen Mitgliedsstaaten einstimmig 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung beschlossen.

Diese Ziele fassen kurz und knapp zusammen, was bereits seit über zwanzig Jahren auf verschiedenen Konferenzen der Vereinten Nationen diskutiert wurde und als wesentlich im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung auf allen Ebenen, in allen Lebensbereichen und für alle Menschen weltweit erkannt wurde.

"Sustainable Development Goals - SDGs" sind zwar ursprünglich durch die katastrophal schlechte Situation in vielen sogenannten Entwicklungsländern des Südens entstanden, gelten aber längst genauso für die Industrieländer des Nordens.

Die Globalisierung in den letzten zehn Jahren und die digitale Vernetzung haben ermöglicht, die weltweiten Auswirkungen jeder einzelnen Handlung deutlich zu erkennen und darzustellen. Die Informationen sind für die meisten Menschen weltweit verfügbar - jede und jeder kann seinen Teil zu nachhaltigem Handeln beitragen.

copyright: Eine Welt Netz NRW

Nachhaltige Entwicklung für Deutschland

Die Bundesregierung hat die Aufgabe der Agenda 2030 angenommen und schreibt in ihrem ersten Bericht zur Agenda 2030 am 12. Juli 2016:

"Die universelle Gültigkeit der Agenda bedeutet für die Bundesregierung, dass sie zur Erreichung der 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung in ihrer Gesamtheit sowohl in ihrer national ausgerichteten Politik wie international angemessene Beiträge leistet.
Sie prüft daher ihr Engagement bezüglich der Auswirkungen auf drei Ebenen:

  • erstens in Bezug auf Umsetzung und Wirkungen in Deutschland,
  • zweitens in Bezug auf Auswirkungen in anderen Ländern und globale öffentliche Güter, also das globale Gemeinwohl insgesamt (Wirkungen weltweit - z.B. bei Handel oder Klimapolitik) und
  • drittens in Bezug auf die Unterstützung anderer (unsere internationale Zusammenarbeit).

Dabei sind sowohl die 17 Ziele als auch diese drei Ebenen eng mit einander verwoben und nicht getrennt voneinander zu betrachten."

Die Bundesregierung wird in ihrer Arbeit vom "Rat für nachhaltige Entwicklung" unterstützt.

Nachhaltigkeitsstrategie Nordrhein-Westfalen

Im Juli 2016 ist nun die Nachhaltigkeitsstrategie durch die Landesregierung beschlossen und auch schon der erste Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Dem liegen mehrere Nachhaltigkeits-Konferenzen in den letzten Jahren und Online-Befragungen zugrunde, aus denen ein Indikatorenkatalog entwickelt wurde.

Die Nachhaltigkeitsstrategie enthält folgende Themenfelder (Quelle: www.nachhaltigkeit.nrw.de):

  • Klimaschutzplan
    Beispielindikator: Treibhausgasemissionen; Ziel: Reduzierung der Treibhausgase bis 2020 um mindestens 25 Prozent, bis 2050 um 80 Prozent
  • Umweltwirtschaftsstrategie
    Beispielindikator: Erwerbstätige in der Umweltwirtschaft; Ziel: bis 2025 substanzielle Steigerung auf mindestens 420.000
  • Biodiversitätsstrategie
    Beispielindikator Artenvielfalt; Ziel: Verringerung des Anteils der Arten, die auf der Roten-Liste stehen, auf 40 Prozent bis 2030
  • Nachhaltige Finanzpolitik
    Beispielindikator: Schuldenstandsquote;
  • Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung / Nahmobilität
    Beispielindikator: Größe der Siedlungs- und Verkehrsflächen; Ziel: bis 2020 Begrenzung der Flächeninanspruchnahme für Siedlung und Verkehr auf durchschnittlich fünf Hektar pro Tag
  • Demografischer Wandel und altengerechte Quartiere
    Beispielindikator: Erwerbstätigenquote von Älteren, insbesondere von älteren Frauen, Ziel: Steigerung dieser Quote
  • Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung
    Beispielindikator: Einkommensverteilung; Ziel: Verringerung der Einkommensunterschiede

Der Beginn - die Agenda 21 von Rio

Die Agenda 21 ist das Aktionsprogramm der Vereinten Nationen für eine nachhaltige und umweltverträgliche Entwicklung. Im Juni 1992 wurde sie in Rio de Janeiro von mehr als 170 Mitgliedstaaten unterzeichnet.

"Global denken - lokal handeln" war der Leitspruch, der die Verantwortung auch in die Städte und Gemeinden trug und Handlungsprogramme vor Ort in Gang setzte. Mit 40 Kapiteln sind alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens erfasst, in denen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Handeln Zukunftsfähigkeit ermöglichen soll.