Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist keine neue Erfindung. Im alltäglichen Umgang bezeichnete "nachhaltig" immer schon "andauernd wirksam".

Erste Nachhaltigkeitsstrategie

Zu Anfang des 18. Jahrhundert formulierte Carl von Carlowitz das Prinzip der Nachhaltigkeit erstmals schriftlich. Im Zusammenhang mit einer modernen Waldwirtschaft und Holzerzeugung wurde deutlich, dass nicht mehr Holz geschlagen und verbraucht werden darf, als in entsprechender Zeit nachwachsen kann, um für lange Zeit eine Bewirtschaftung zu erhalten ohne die Ressourcen zu zerstören. 

In den 1980er Jahren wurde die weitreichende Umweltzerstörung und -verschmutzung Auslöser, sich über die Möglichkeiten und Lebensbedingungen der zukünftigen Generationen Gedanken zu machen. Das Prinzip der nachhaltigen Waldwirtschaft wurde nun auf andere Produktionen und Wirtschaftsformen übertragen. 

UN-Kommission für Umwelt und Entwicklung

Das Konzept und der Begriff der Nachhaltigen Entwicklung, wie er heute verwendet wird, entstammt verschiedenen Aussagen des Abschlussberichtes der 1983 von den Vereinten Nationen berufenen Kommission für Umwelt und Entwicklung (Brundtland-Kommission):

1. „Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“

2. „Im wesentlichen ist dauerhafte Entwicklung ein Wandlungsprozess, in dem die Nutzung von Ressourcen, das Ziel von Investitionen, die Richtung technologischer Entwicklung und institutioneller Wandel miteinander harmonieren und das derzeitige und künftige Potential vergrößern, menschliche Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.“

Eine ganze Reihe wissenschaftlicher Studien dazu, wie eine nachhaltige Entwicklung gestaltet sein muss, entstanden in den folgenden Jahren. Es ging nun nicht mehr nur um Waldbewirtschaftung sondern um die weltweite Vernetzung der Staaten mit ihren Gesellschaften, der Wirtschaft, den umweltbezogenen und sozialen Belangen.

Agenda 21

Mit der Konferenz zu Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro wurde erstmals ein umfassendes weltweit geltendes Programm zu nachhaltiger Entwicklung aufgelegt und von über 180 Staaten unterzeichnet. Die 40 Kapitel der "Agenda 21" umfassen alle Bereiche gesellschaftlichen Lebens.
Seitdem sind viele weitere Konferenzen gefolgt, zum Teil zu konkreten Themen wie dem Klimaschutz, die zeigen, wie schwierig und komplex es ist, Nachhaltigkeit umzusetzen, auch wenn das Prinzip einfach erscheint. 

Agenda 2030

Im September 2015 einigten sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen erneut auf eine Aktualisierung der mit der Agenda 21 aufgelegten Nachhaltigkeitsstrategien in 17 Einzelzielen, den Sustainable Development Goals - SDGs.

Diese wurden von der Bundes- und nordrhein-westfälischen Landesregierung in Nachhaltigkeitsstrategien umgesetzt. Weitere Informationen hierzu unter "Agenda 2030".