Buchstabe E

Eingliederungshilfe

Eingliederungshilfen sind Leistungen, die Menschen mit Behinderungen und von Behinderung bedrohte Menschen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unterstützen sollen.

Leistungsarten bei körperlicher oder geistiger Behinderung bzw. drohender körperlicher oder geistiger Behinderung sind gesetzlich festgelegt im SGB IX - Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen, auf das sich andere Sozialgesetzbücher beziehen (z.B. SGB XII - Sozialhilfe, SGB III - Arbeitsförderung).

Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche bei seelischer Behinderung oder drohender seelischer Behinderung gehört zu den Leistungen der Jugendhilfe, gem. § 35a SGB VIII.

Die Antragstellung für Betroffene erfolgt beim Sozialamt, für Kinder und Jugendliche mit seelischer Behinderung ab 6 Jahren beim Jugendamt.


Elterliche Sorge (Sorgerecht)

Das Recht und die Pflicht zur Sorge (Pflege und Erziehung) für ihre Kinder ist den Eltern durch das höchste Gesetz, nämlich das Grundgesetz (Art. 6 GG - Grundgesetz) aufgetragen.

Die Elterliche Sorge ist im Bürgerlichen Gesetzbuch in den §§ 1626 ff BGB geregelt.

Der Grundsatz der elterlichen Sorge wird in § 1626 BGB beschrieben.

§ 1627 BGB beschreibt, wie die elterliche Sorge ausgeübt werden soll.

Ist eine Einigung nicht möglich, kann gem. § 1628 BGB das Familiengericht eingeschaltet werden.

Die elterliche Sorge hat jedoch auch Grenzen und sichert den Kindern ein Recht auf gewaltfreie Erziehung zu. Auch Eltern dürfen bei der Erziehung ihrer Kinder keine "körperlichen Bestrafungen, seelischen Verletzungen oder andere entwürdigende Maßnahmen" anwenden (§ 1631 BGB)

Beratung zu Fragen des Sorgerechts, insbesondere bei Trennung oder Scheidung, bieten in Remscheid u.a.:


Elterngeld

Seit 2007 können Eltern nach der Geburt ihres Kindes Elterngeld beantragen. Damit soll für berufstätige Eltern ein Teil des wegfallenden Erwerbseinkommens ersetzt werden. Die Höhe des Elterngeldes ist gestaffelt und beträgt maximal 1.800 €.

Nähere Informationen in der Broschüre des BMFSFJ: "Elterngeld und Elternzeit"
oder bei


Elterngeldstellen

Das Elterngeld muss schriftlich bei den Elterngeldstellen beantragt werden. Dies ist auch online möglich: www.elterngeld.nrw.de.

Anträge können außerdem gestellt werden


in Wuppertal
Stadt Wuppertal
Ressort Kinder, Jugend und Familie
Jugendamt (R 208)
Kooperation mit den Städten Remscheid und Solingen
Friedrich-Engels-Allee 76
42269 Wuppertal
Telefon: 0202 / 563-9005
geschützte E-Mail-Adresse als Grafik
Telefon: 0202 / 5632375
www.wuppertal.de
Montag - Freitags 08.00 - 12.00 Uhr


Elternzeit

Bis zum 3. Geburtstag des Kindes haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihr Kind selbst betreuen und erziehen, Rechtsanspruch auf Elternzeit. Stimmt der Arbeitgeber zu, können sie bis zu einem Jahr der Elternzeit auf die Zeit zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag des Kindes übertragen.

Nähere Informationen:


Entwicklungsstörungen

Der Begriff "Entwicklungsstörungen" ist sehr allgemein. Im weitesten Sinne sind hierunter alle wesentlichen Abweichungen vom Entwicklungsverlauf eines gesunden Kindes gemeint, also z.B. in der körperlichen, motorischen, sprachlichen, geistigen oder seelischen Entwicklung.

Ein wesentliches Ziel der allgemeinen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt (U1 - U10, J1 u.J2) ist das rechtzeitige Erkennen und Einleiten einer fachgerechten Behandlung bei Entwicklungsstörungen. In Zweifelsfällen kann der Kinderarzt an die entsprechenden Fachkräfte weiterverweisen, z.B. den Hals-Nasen-Ohrenarzt, den Augenarzt, Kinder- und Jugendpsychiater oder Logopäden oder Ergotherapeuten. Die Kosten für diese Untersuchungen werden von den Krankenkassen übernommen.

Aus der Feststellung einer Entwicklungsstörung können sich sehr verschiedene Empfehlungen für das weitere Vorgehen ergeben. Diese Empfehlungen sollten mit den Eltern in jedem Einzelfall individuell ausführlich besprochen werden und mit Unterstützung der entsprechenden Fachleute umgesetzt werden.

Wichtig ist, dass bei festgestellten Schwierigkeiten Hilfe bei den entsprechenden Fachleuten in Anspruch genommen wird. Die Problematik ist häufig kompliziert und erfordert ein umfassendes Therapiekonzept, an dem alle Beteiligten möglichst gut zusammenarbeiten sollten.


EPB

oder auch Entwicklungspsychologische Beratung: Eine Beratungsmethode, die mit Hilfe von Videoaufnahmen Eltern hilft, ihre Babys besser zu verstehen (ihre Babys besser "lesen" zu lernen) und dadurch "Missverständnisse" zwischen Eltern und Babys vermeidet.


Ergotherapie

Ergotherapie (abgeleitet aus dem griechischen "Ergon = Arbeit, Handlung" und "Therapie = Behandlung, Pflege") ist eine Behandlung, die bei Menschen jeden Alters angewandt werden kann, um gesundheitliche Beeinträchtigungen im motorisch-funktionellen, sensomotorischen, neuropsychologischen, neuropysiologischen oder psychosozialen Bereich zu beheben. Ergotherapie ist aus der Arbeits- und Beschäftigungstherapie entstanden.

Ergotherapie kann u.a. bei Bewegungsstörungen, Körperempfindungs- und Nervenleitungsstörungen, bei psychischen und sozioemotionalen Problemen eingesetzt werden. Bei der Behandlung werden medizinische, psychologische, pädagogische und soziale Aspekte einbezogen.

Kinder und Jugendliche können ergotherapeutisch behandelt werden z.B. bei Störungen des Bewegungsablaufs, bei Störungen der sensomotorischen Entwicklung, bei Störungen der Wahrnehmungsfähigkeit und -verarbeitung, bei Verzögerung der Sozialentwicklung, der Beziehungsbildung und Kommunikationsfähigkeit.

Ergotherapie kann vom Arzt bzw. Kinderarzt verordnet werden. Kostenträger sind dann die Krankenkassen.

Beratung erhalten Sie auch bei:


Erziehungsmaßregeln

Erziehungsmaßregeln sind erzieherische Maßnahmen, die das Jugendgerichtsgesetz vorsieht, um auf eine Straftat eines Jugendlichen oder Heranwachsenden zu reagieren.

Der Wortlaut von § 9 (JGG) bestimmt:

Erziehungsmaßregeln sind

  • 1. die Erteilung von Weisungen,
  • 2. die Anordnung, Hilfe zur Erziehung im Sinne des § 12 in Anspruch zu nehmen.

Erziehungsmaßregeln gelten nicht als Strafen und werden daher nicht in das Bundeszentralregister eingetragen. Sie stellen vielmehr Gebote und Verbote dar, die sich auf die Lebensführung des Jugendlichen auswirken sollen.

Als Erziehungsmaßregel kann der Jugendliche oder Heranwachsende durch Urteil verpflichtet werden:

  • eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle anzunehmen
  • in einem Heim zu wohnen
  • Arbeitsleistungen einzubringen ("Sozialstunden")
  • an einem sozialen Trainingskurs teilzunehmen
  • den Verkehr mit bestimmten Personen oder den Besuch bestimmter Örtlichkeiten (Gast- oder Vergnügungsstätten) zu unterlassen
  • an einem Verkehrsunterricht teilzunehmen

Erst wenn die Erziehungsmaßregeln nicht ausreichen, können so genannte Zuchtmittel oder die Jugendstrafe angeordnet werden.

Notfallnummern

 

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