Buchstabe F

Familie

Der Schutz von Ehe und Familie durch den Staat ist im Artikel 6 des Grundgesetzes geregelt:

Damit ist der Schutz der Familie durch den Staat zwar in besonderer Weise im Grundgesetz verankert, jedoch gibt es keine allgemeingültige gesetzliche Definition des Begriffes "Familie".

Im westlichen Kulturkreis wird heute unter "Familie" meist die Kernfamilie verstanden, die aus Eltern (auch Alleinerziehenden) und ihren Kindern besteht. Innerhalb dieses Verständnisses haben sich aber viele unterschiedliche Familienformen entwickelt wie z.B. die Stieffamilie, die Patchworkfamilie, die eheähnliche Lebensgemeinschaft, die Bedarfsgemeinschaft, oder die eingetragene Lebensgemeinschaft.

Vielfältige Gesetze regeln Leistungen für Familien und Kinder:


Familienhebamme

Familienhebammen sind staatlich examinierte Hebammen mit einer Zusatzqualifikation zur psychosozialen und medizinischen Beratung und Betreuung von jungen Müttern mit Säuglingen bzw. Kleinkindern. Sie begleiten werdende und junge Eltern, deren Lebenssituation durch besondere soziale und gesundheitliche Belastungen geprägt ist, über einen längeren Zeitraum, bei Bedarf bis zum 1. Geburtstag des Kindes. Familienhebammen sind eingebunden in ein interdisziplinäres Netzwerk von Diensten und Fachkräften und vermitteln bzw. begleiten ggf. zu weiterführenden Angeboten des Gesundheits- und Sozial-/Jugendhilfesystems.

Schwerpunkte der Arbeit von Familienhebammen sind:

  • Beratung, Unterstützung und Betreuung von Eltern, die sich mit der Alltagsbewältigung überfordert fühlen, minderjährig oder alleinerziehend sind,
  • Unterstützung und Motivation junger Eltern in schwierigen familiären, gesundheitlichen und/oder finanziellen Lebenssituationen
  • Beobachtung und Förderung der Entwicklung des Kindes und der Mutter-Kind-Beziehung
  • Konfliktberatung im Gesamtkontext rund um die Geburt des Kindes
  • Kooperation und Vernetzung mit anderen Diensten und Einrichtungen zur Unterstützung der jungen Eltern und deren Kinder
  • allgemeine Hebammentätigkeiten wie Schwangerschaftsbegleitung, Wochenbettbetreuung, Stillberatung

Indikatoren für die Betreuung durch eine Familienhebamme können u.a. sein:

  • Minderjährigen-Schwangerschaft, familiäre- und/oder altersbedingte Überforderung
  • Vernachlässigung des Kindes, Verdacht auf Kindswohlgefährdung
  • psychische Erkrankungen, Suchterkrankungen, chronische Erkrankungen bzw. medizinische Auffälligkeiten
  • soziale Isolation
  • körperliche oder geistige Behinderung
  • Häusliche Gewalt
  • Aufenthalt in Mutter/Kind Einrichtung
  • langer stationärer Aufenthalt von Mutter und/oder Kind

In Remscheid werden Leistungen von Familienhebammen durch die Fachstelle "Frühe Hilfen" koordiniert.


Familienzentrum

Nordrhein-Westfalen will das kinder- und familienfreundlichste Land in Deutschland werden. Das ist das Ziel der Politik der Landesregierung. Aus diesem Grund sollen 3.000 Kindertageseinrichtungen bis 2012 zu Familienzentren weiterentwickelt werden. Die Familienzentren sollen Knotenpunkte in Netzwerken werden, die Familien umfassend beraten und unterstützen.

In den Familienzentren sollen die Aufgaben der Kindertageseinrichtungen, d.h. Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern, mit Angeboten der Beratung und Hilfen für Familien zusammengeführt werden. Ziel ist, Familien wohnortnahe Anlaufstellen anzubieten.

Mit Stand 2013 gibt es in Remscheid insgesamt 12 Familienzentren. Sowohl einzelne Einrichtungen als auch Verbünde mehrerer Einrichtungen haben sich zu Familienzentren entwickelt und sind zertifiziert.

Die Familienzentren sind zu finden in der Liste der Kindertageseinrichtungen.


Flexible Erziehungshilfe

Flexible Erziehungshilfe ist eine Form von ambulanter Hilfen zur Erziehung. Die Anbieter der Flexiblen Erziehungshilfe kommen in die Familien, zu den Alleinerziehenden, Kindern und Jugendlichen. Sie beraten die Hilfesuchenden in ihrem häuslichen Umfeld. Die Aufgabenstellungen sind vielfältig. Es kann um konkrete Unterstützung der Eltern in ihrer Erziehungsarbeit gehen, z. B. mit den Eltern und Kindern Regeln und Grenzen innerhalb der Familie zu erarbeiten. Ein anderer Auftrag kann die Verselbständigung eines Jugendlichen sein oder die Begleitung einer jungen allein erziehenden Mutter bei den ersten Schritten mit ihrem Kind.

Grundsätzlich richtet sich die Hilfe nach den individuellen Frage- oder Problemstellungen innerhalb der Familie.

Die Hilfe muss, wie jede andere Hilfe zur Erziehung auch, beim Jugendamt beantragt werden.

In Remscheid wenden Sie sich bitte an den


"Fit für Kids"

"Fit für Kids" sind Kurse, die Eltern bei Fragen im Familien- und Erziehungsalltag helfen sollen. Diese Elternkurse werden in Remscheid vom Verein "Fit für Kids" angeboten und finden jeweils an 10 bis 12 Abenden für eine Gruppe von 10 bis 12 Teilnehmern statt.

Der Verein "Fit für Kids e.V." ist eine Kooperation verschiedener Träger:


Frauenärzte

Die Online-Suche der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) ermöglicht eine komfortable Suche nach Ärzten und Psychotherapeuten in Wohnortnähe. Durch Eingabe von Kriterien wie Fachgebiet, Ort oder Name findet man schnell zur gewünschten Auskunft.

Die KVNO bietet entsprechende Auskünfte auch über die kostenlose Servicehotline 0800-6224488 (Mo.– Do.  8-17 Uhr, Fr. 8-13 Uhr)


Frauenhaus

Frauenhäuser sind Einrichtungen, die Frauen und ihren Kindern im Falle von häuslicher Gewalt Hilfe, Beratung und vorübergehend eine geschützte Unterkunft anbieten. Aus Sicherheitsgründen werden die Adressen der Frauenhäuser nicht in öffentlichen Verzeichnissen publiziert. Männern wird normalerweise grundsätzlich der Zutritt verweigert.

Das Frauenhaus Remscheid erreichen Sie über
SKF (Sozialdienst katholischer Frauen)
Telefon: 02191 / 997016
www.skf-remscheid.de


Frühe Hilfen

Der beste Weg, um Kinder vor Vernachlässigung zu schützen, ist unbestritten der einer Früherkennung und einer Frühen Hilfe. Diese setzt an, bevor sich ungünstige Entwicklungsverläufe stabilisiert haben.

Ziel ist es, den Schutz von Kindern vor Vernachlässigung und Misshandlung, insbesondere durch die Stärkung der Erziehungskompetenz ihrer Eltern, zu verbessern.

Dazu ist neben der Stärkung der Eigenverantwortung der Eltern eine stärkere staatliche Mitverantwortung für das Aufwachsen in der frühen Kindheit geboten. Das Recht des Kindes auf positive Entwicklungs- und Aufwuchsbedingungen ist verstärkt in den Blick zu nehmen.

Jedoch nicht einzelne Modelle für sich können eine gute Versorgung von Familien mit Unterstützungsangeboten gewährleisten und den Schutz von Kindern verbessern, dies gelingt nur in einem umfassenden und differenzierten Netzwerk "Frühe Hilfen".

Die wichtigsten Systeme in einem so verstandenen Netzwerk sind das Jugendamt bzw. der ASD als öffentlicher Träger der Jugendhilfe, die Freien Träger der Jugendhilfe als Maßnahmeträger konkreter Projekte, das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst, die Bildungs- und Betreuungseinrichtungen für Familien sowie die Polizei und die Familiengerichtsbarkeit.

Über eine engere Verzahnung von spezifischen Kompetenzen unterschiedlicher Professionen, die verbesserte Erkennung von psychosozialen Risiken und die Bereitstellung geeigneter Hilfen soll vorhandenen Gefahren von Vernachlässigung bzw. Misshandlung entgegen gewirkt und eine gesunde körperliche, psychische und soziale Entwicklung betroffener Kinder gefördert werden.

In diesem Sinne verstehen sich "NeSt - Netzwerk Starthilfe Remscheid" und das "Caritasnetzwerk Frühe Hilfen" als wesentliche Teile eines Remscheider Netzwerkes "Frühe Hilfen".

Mit der Fachstelle "Frühe Hilfen" gibt es in Remscheid eine zentrale Anlaufstelle, bei der man umfangreiche Informationen und Beratungen erhält und im Bedarfsfall an qualifizierte Hilfe und kometente Stellen weitervermittelt wird.


Früherkennungsuntersuchungen

Siehe auch U-Untersuchungen und Vorsorgeuntersuchungen

Notfallnummern

 

Von A bis Z