Buchstabe U

U-Untersuchungen - Vorsorgeuntersuchungen für Kinder

Das bundesweit einheitliche Früherkennungsprogramm gewährt jedem Kind von der Geburt bis ins Jugendalter einen gesetzlichen Anspruch auf zehn kostenlose Früherkennungsuntersuchungen: die U1 bis U9, die in den ersten sechs Lebensjahren durchgeführt werden, und die J1, die Jugenduntersuchung im Alter zwischen 12 und 14 Jahren. Die Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen werden in das "Gelbe Heft" eingetragen, das unmittelbar nach der Geburt allen Eltern ausgehändigt wird.

Die meisten Länder - mit Ausnahme von Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt (Stand: Juli 2009) haben für die Mehrzahl der Vorsorgeuntersuchungen eine Meldepflicht eingeführt, d.h., die Vorsorgeuntersuchungen sind verpflichtend, und versäumte Termine werden angemahnt.

Neben dem gelben Vorsorgeheft bekommen Eltern noch ein grünes Checkheft für zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, die der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) empfiehlt. Folgende Untersuchungen sind für ein Kind vorgesehen:

  • U1: direkt nach der Entbindung (gelbes Vorsorgeheft)
  • U2: 3. bis 10. Lebenstag (gelbes Vorsorgeheft)
  • U3: 4. bis 5. Lebenswoche (gelbes Vorsorgeheft)
  • U4: 3. bis 4. Lebensmonat (gelbes Vorsorgeheft)
  • U5: 6. bis 7. Lebensmonat (gelbes Vorsorgeheft)
  • U6: mit einem Jahr (gelbes Vorsorgeheft)
  • U7: mit 2 Jahren (gelbes Vorsorgeheft)
  • U7a: mit 3 Jahren (gelbes Checkheft oder - falls noch nicht enthalten - ein extra Blatt darin)
    In vielen grünen Checkheften ist zum großen Teil noch die erweiterte U7a aufgeführt (umfangreichere Untersuchung als die von den Kassen erstattete U7a).
  • U8: mit 4 Jahren (gelbes Vorsorgeheft)
  • U9: mit 5 Jahren (gelbes Vorsorgeheft)
  • U10: mit 7 bis 8 Jahren (grünes Checkheft)
  • U11: mit 9 bis 10 Jahren (grünes Checkheft)
  • J1: mit 12 bis 14 Jahren (gesonderter Dokumentationsbogen)
  • J2: mit 16 bis 17 Jahren (grünes Checkheft)

Für Kinder sind von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr bisher 11 Vorsorgeuntersuchungen kostenlos: U1 bis U9 im gelben Vorsorgeheft und außerhalb des Heftes J1 (auf einem gesonderten Dokumentationsbogen). Zu-sätzliche drei Gesundheitschecks empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte: U10, U11 und J2, doch diese erstatten noch nicht alle Krankenkassen.

Bei diesen Untersuchungen überprüft der Kinderarzt oder die Kinderärztin vor allem den allgemeinen Gesundheitszustand des Kindes und ob es sich seinem Alter entsprechend entwickelt. Auf diese Weise können Verzögerungen oder Auffälligkeiten in der Entwicklung und gesundheitliche Beeinträchtigungen meist frühzeitig erkannt werden. Durch eine rechtzeitige Behandlung oder spezielle Förderung können die möglichen Folgen für die Gesundheit und Entwicklung dann meist verhindert oder zumindest vermindert werden. Denn viele Entwicklungsschritte bauen aufeinander auf, so dass unerkannte frühe Störungen häufig weitreichende Folgen haben können. Als ein Beispiel sei hier eine Hörminderung genannt: Eine zu spät erkannte Hörstörung hat nicht nur Folgen für die weitere Ausbildung des Gehörs, sondern beeinträchtigt auch die sprachliche Entwicklung des Kindes. Beides wiederum kann sich unter anderem auch auf die soziale Entwicklung des Kindes auswirken und seinen Stand unter Gleichaltrigen erschweren. Oftmals wird die gesamt Entwicklung in Mitleidenschaft gezogen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die angegebenen Termine für die Früherkennungsuntersuchungen möglichst eingehalten werden. Denn sie sind so festgelegt, dass jeweils wichtige Entwicklungsschritte, die für die nachfolgenden von besonderer Bedeutung sind, erfasst werden.

Die Erfahrung zeigt, dass die ersten U-Untersuchungen von fast allen Eltern in Anspruch genommen werden. Mit zunehmendem Alter des Kindes sinkt die Teilnahme jedoch. Dabei sind gerade die letzten Untersuchungen vor der Schule besonders wichtig: Hierbei festgestellten Problemen kann oftmals noch rechtzeitig vor dem Eintritt in die Schule entgegengesteuert werden.

Vorsorgeuntersuchungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Pädiatrie (Kinderheilkunde). Deshalb sind Kinder- und Jugendärzte für diese Untersuchungen besonders qualifiziert.

Das Land Nordrhein-Westfalen möchte, dass möglichst alle Eltern diese Vorsorgeuntersuchungen nutzen. Krankheiten oder Entwicklungsstörungen können so frühzeitig erkannt und erfolgreich behandelt werden. Deshalb wurde die Aktion „Gesunde Kindheit“ gestartet, um alle Eltern rechtzeitig an die anstehenden Vorsorgetermine zu erinnern.

Die Aktion Gesunde Kindheit

Die „Zentrale Stelle Gesunde Kindheit“ im Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit erfasst die

Früherkennungsuntersuchungen, um alle Kinder in Nordrhein-Westfalen zu erreichen:

  • Für jedes Kind, das an einer Früherkennungsuntersuchung (U5 bis U9) teilgenommen hat, schickt die Ärztin oder der Arzt eine Bestätigung an die Zentrale Stelle. Die Ärztinnen und Ärzte sind dazu verpflichtet. U5 bis U9 sind die Untersuchungen für Kinder zwischen 6 Monaten und 5 1/2 Jahren.
  • Die Zentrale Stelle ermittelt alle Kinder, für die noch keine Teilnahmemitteilung vorliegt. Zum Ende des Zeitraumes, in dem die Untersuchungen durchgeführt werden sollen, erhalten die Eltern dieser Kinder ein Erinnerungsschreiben.
  • Nach Ablauf der Frist informiert die Zentrale Stelle die zuständige Kommune darüber, welche Kinder nicht bei der Untersuchungwaren. Die Kommune wird dann in eigener Zuständigkeit prüfen und entscheiden, ob Grund besteht, sich einzuschalten.

Umgangsrecht

Im § 1684 BGB ist der Umgang des Kindes mit den Eltern geregelt. Danach hat das Kind ein Recht auf Umgang mit jedemElternteil.

Jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt. Dieses Umgangsrecht ist unabhängig davon, ob es sich um ein eheliches oder nicht eheliches Kind handelt.

Die Eltern haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert (§ 1684,II, S.1 BGB).

Das Familiengericht kann über den Umfang des Umgangsrechts entscheiden. Das Umgangsrecht darf nur dann für längere Zeit oder auf Dauer eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, wenn ansonsten das Wohl des Kindes gefährdet wäre.

Das Familiengericht kann anordnen, dass der Umgang nur stattfinden darf, wenn ein mitwirkungsbereiter Dritter anwesend ist (siehe Umgang, Begleiteter)

In Remscheid können Sie sich bei Fragen zum Umgang oder bei Beratungsbedarf u.a. an den Caritasverband, das Diakonische Werk oder den Deutscher Kinderschutzbund oder bei der Stadt Remscheid an den Fachdienst, Jugend, Soziales und Wohnen, Allgemeinen Sozialdienst oder die Psychologischen Beratungsstelle

wenden.

Eine gerichtliche Regelung des Umgangsrechts muss in Remscheid beim
Familiengericht
Alleestraße 119
42853 Remscheid
beantragt werden.

In diesem Fall ist das Jugendamt per Gesetz mitwirkungspflichtig. In Remscheid ist für diese Aufgabe des Jugendamts der Fachdienst, Jugend, Soziales und Wohnen, Allgemeinen Sozialdienst zuständig.

Die Mitarbeiter nehmen Kontakt zu den betroffenen Eltern und Kindern auf, wenn das Gericht den Antrag der Eltern an den Allgemeinen Sozialdienst weitergeleitet hat.


Umgang, Begleiteter

Nach einer Trennung oder Scheidung der Eltern haben die Kinder nach wie vor das Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen (siehe Umgangsrecht).

Häufig fällt es Eltern, aufgrund ihres Paarkonflikts oder auch aufgrund konkreter Gefährdungen, wie z.B. bei erlebter Gewalt oder Suchtmittelmissbrauch, schwer, geeignete Formen für den Kontakt zwischen Kind und beiden Elternteilen zu finden.

In diesen Fällen gibt es die Möglichkeit, den Kontakt zwischen dem umgangsberechtigten Elternteil und dem Kind professionell zu begleiten.

In Remscheid bietet der

begleiteten Umgang an.

Begleiteter Umgang muss in Remscheid beim Jugendamt beantragt werden.

Bitte wenden Sie sich dazu an den


Unterhalt

Unter Unterhalt versteht man Leistungen zur Sicherstellung des Lebensbedarfs einer Person. Die Verpflichtung, Unterhalt zu leisten, kann sich aus einer vertraglichen Vereinbarung oder kraft Gesetzes ergeben.

Per Gesetz gibt es verschiedene Unterhaltsarten: Familienunterhalt, Verwandtenunterhalt, Ehegattenunterhalt und Geschiedenenunterhalt sowie den Unterhalt für nicht verheiratete Mütter und Väter.

Gesetzlich geregelt ist der Unterhalt im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Seit dem 01.01.2008 ist das Unterhaltsrecht nach Trennungen neu geregelt, so dass sich die Rangfolge der Unterhaltsberechtigten geändert hat und verheiratete Eltern und unverheiratete Eltern nach einer Trennung gleichgestellt sind ( §§ 1569ff BGB).

Die "Düsseldorfer Tabelle" dient als Richtlinie für die Höhe des Unterhalts für Kinder nach einer Trennung. Die Höhe des zu zahlenden Unterhalts ist abhängig vom Einkommen des Unterhaltspflichtigen und vom Alter der Kinder.

Weitere Informationen:
www.olg-duesseldorf.nrw.de/service/ddorftab/intro.htm

Beratung zum Unterhalt können Sie u.a. auch bei der Stadt Remscheid, Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen, Sachgebiet Beistandschaften erhalten.


Unterhaltsvorschuss

Anspruch auf Unterhaltsvorschuss haben nach dem Unterhaltsvorschussgesetz(UhVorschG) alleinerziehende Mütter oder Väter für Kinder unter 12 Jahren, soweit diese bei ihnen leben. Dieser Anspruch besteht, wenn der nicht im Haushalt lebende unterhaltspflichtige Elternteil keinen oder einen unterhalb des Mindestunterhalts liegenden Unterhaltsbeitrag leistet.

Unterhaltsvorschuss wird höchstens 72 Monate gezahlt. Die Höhe des Unterhaltsvorschuss entnehmen Sie bitte der folgenden Internetseite:
www.remscheid.de/Rathaus/51/511/511Refinanzierung/51RefiUVG.htm

Bei Fragen und zum Beantragen dieser Leistung wenden Sie sich bitte an den
Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen
Unterhaltsvorschussleistung
Alleestraße 66
www.remscheid.de/Rathaus/51/511/511Refinanzierung/51RefiUVG.htm

Notfallnummern

 

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