Aufbau eines Kinder-Patenschaftsprojekts

Die Erziehungs-, Familien- und Schulberatung der Psychologischen Beratungsstelle der Stadt Remscheid bietet seit 2007 Familien, in denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist, ein besonderes Beratungsangebot an. Im Mittelpunkt dieser Beratung stehen die Auswirkungen der psychischen Erkrankung des Elternteils auf die Familienbeziehungen und die Kinder.

Erziehungs-, Familien- und Schulberatung der Psychologischen Beratungsstelle baut Kinder-Patenschaftsprojekt für Kinder psychisch kranker Eltern auf

Wie die Projektidee entstand

In der Arbeit mit den Familien zeigte sich, dass es neben den bestehenden intensiven Jugendhilfemaßnahmen oftmals einer anderen, niederschwelligen, lebenspraktischen und alltagsnahen Hilfe bedarf - ein Angebot, das dem psychisch kranken Elternteil Entlastung im Alltag bietet und den Kindern kleine Auszeiten ermöglicht.

Psychisch kranke Eltern haben phasenweise eine sehr beeinträchtigte Belastbarkeit und können aufgrund ihrer Erkrankung die Bedürfnisse ihrer Kinder phasenweise nicht wahrnehmen. Sie isolieren sich vom gesellschaftlichen Leben. Oft fehlen soziale Netze, die ausgleichen können.

Die Kinder und Jugendlichen brauchen jedoch verlässliche Bezugspersonen, die sie  im Alltag begleiten, die Vertrauen und Sicherheit vermitteln. Erwachsene, die Verantwortung übernehmen und ihnen uneingeschränkt Zuwendung und Aufmerksamkeit schenken. Und die dazu beitragen, dass sich ihr Selbstwertgefühl  stärkt. So entwickelte sich die Idee, ein Kinder-Patenschaftsprojekt zu initiieren. 

Die Patenschaft

Im Zentrum der Patenschaft steht die förderliche Beziehung zwischen dem Kind oder dem Jugendlichem und dem Paten – egal, ob Frau oder Mann. Die Kinder sind in der Regel fünf Jahre und älter und verbringen 2 bis 4 Stunden wöchentlich miteinander.

Grundvoraussetzung für eine Kinderpatenschaft sind besondere Eigenschaften und Fähigkeiten der Paten

Das sind

  • Zeit haben und Zeit geben,
  • Über Geduld und Ausdauer verfügen,
  • Gelassenheit besitzen,
  • Persönliche Stabilität,
  • Empathie und wertschätzende Haltung,
  • Kommunikations-und Kooperationsfähigkeit,
  • Reflexionsbereitschaft,
  • Humor und Leichtigkeit.

Psychologische Beratungsstelle qualifiziert und begleitet

Patenschaften im Kontext sozialer Arbeit sind zusätzliche Angebote durch Ehrenamtler, die durch die Anbindung an die Psychologische Beratungsstelle qualifiziert und begleitet werden.

Durch die Anbindung an die Psychologische Beratungsstelle der Stadt Remscheid wird sichergestellt, dass die Paten

  • eine umfassende   Einführung erhalten,
  • in  der Ausübung ihres  Ehrenamtes begleitet werden,
  • moderierte monatliche Gruppentreffen der Paten/innen organisiert werden,
  • eine Anleitung zum praktischen Handeln erfolgt,
  • kollegiale Beratung moderiert wird und
  • den Paten regelmäßige Supervisionen angeboten werden.

Wie eine  Patenschaft aussehen kann

Im Gegensatz zu professionellen Angeboten wird die Unterstützung durch engagierte Bürgerinnen und Bürger erbracht. Die Entscheidung für eine Patenschaft setzt die Freiwilligkeit aller Beteiligten voraus, die der Eltern, die des Kindes/des Jugendlichen und auch die des Paten. Was miteinander unternommen wird, wird gemeinsam vereinbart. Hauptziel ist es, dass das Kind und der Pate gemeinsam unbeschwerte Zeit verleben – und dass das Interesse des Kindes an Freizeitangeboten wie Sport, Literatur, Kultur, Spielangebote, geweckt wird und es bei seinen Hobbies unterstützt und begleitet wird.

Die Paten werden durch eine ehrenamtlich tätige Koordinatorin - Ursula Roth ist eine Kindertagesstättenleiterin im Ruhestand - in ihrer Arbeit unterstützt.

Und nun noch einige Hinweise auf das, was Kinder- Paten nicht sind… 

Baby-Sitter, Taxifahrer, Nachhilfelehrer, Missionare  mit ethischem/moralischem/religiösem „Auftrag“, Ersatz für erforderliche professionelle Hilfeangebote

Achtung: Auftaktveranstaltung am 11. November

Um die Öffentlichkeit über dieses neue Angebot zu informieren und geeignete Paten zu gewinnen, lädt die Psychologische Beratungsstelle alle an einer Patenschaft interessierten Bürgerinnen und Bürger, Fachöffentlichkeit, Vertreter der Politik und selbstverständlich die Medien herzlich ein zur Auftaktveranstaltung am Dienstag, 11. November, um 17 Uhr, im Historischen Zentrum der Stadt Remscheid - Werkzeugmuseum - Cleffstr. 2-6, 42855 Remscheid.

Kontakt für Anmeldung:

Über Zusagen bis zum 6. November freuen sich per Email unter geschützte E-Mail-Adresse als Grafik oder per Telefon unter (0 21 91) 16 – 36 60/38 88

  • Gabriele Koch, Fachdienstleiterin, Psychologische Beratungsstelle der Stadt Remscheid, und
  • Michael Scharmann, stellv. Fachdienstleiter, Psychologische Beratungsstelle der Stadt Remscheid.

Programmablauf 

17.00 Uhr

Grußworte von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Prof. Dr. Klaus  Windgassen,  Ärztl. Direktor der ev. Stiftung Tannenhof 

Vorstellung des Projektes

17.15 Uhr

Entstehung der Projektidee

Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle, Gabriele Koch 

17.30 Uhr

Auswirkungen einer psychischen Erkrankung auf das familiäre Miteinander

Stellvertr. Leiter der Psychologischen Beratungsstelle, Michael Scharmann 

17.45 Uhr

Begleitung der ehrenamtlichen Kinderpaten

Ehrenamtliche Koordinatorin (Kindertagesstättenleiterin im Ruhestand), Ursula Roth 

18.00 Uhr

Zusammenarbeit im Netzwerk „Kleine Helden“

Sprecher des Netzwerkes, Marc Schneider 

18.15 Uhr

Fragen/ Diskussion 


29.10.2014
 

Pressestelle

Frau Viola Juric