Energieeffizienz-Label für alte und neue Heizungen

Was bei Kühlschränken und Waschmaschinen schon länger gilt, hält dieses Jahr Einzug auch in Heizungskellern: Neue Heizungen müssen in der EU ab dem 26. September 2015 ein Energielabel tragen. Das Label gibt Auskunft darüber, wie energieeffizient die Heizungsanlage und ihre Komponenten sind. Die Bandbreite reicht von A++ bei sehr guter bis G bei mangelnder Effizienz.

Die Klassen A bis G decken Heizkessel mit fossilen Brennstoffen ab. In den Spitzenbereich A+ und A++ sind KWK-Anlagen, Wärmepumpen und andere erneuerbare Energiequellen wie Solarthermie oder Biogas enthalten. Ökoheizungen nutzen Umweltwärme und sind deshalb beim primärenergetischen Vergleich vorne dabei. 2019 wird die Klasse A+++ hinzukommen, die Klasse G entfällt. 

Ab dem 1. Januar 2016 gilt das neue Effizienzlabel dann auch für alte Heizgeräte. Schornsteinfeger, Heizungsinstallateure, Gebäudeenergieberater des Handwerks, Architekten und andere sachverständige Personen sind berechtigt, das Etikett anzubringen. Dies gilt jedoch zunächst nur für Heizgeräte, die gasförmige und flüssige Brennstoffe nutzen und nur für Wärmeerzeuger bis einschließlich Baujahr 1986. Laut Gesetz werden bis 2024 alle Heizungen - nach Alter der Geräte gestaffelt - mit einem Label ausgestattet sein. 

Aber: Die bessere Effizienzklasse einer Heizung bedeutet nicht automatisch eine Senkung der Betriebskosten. Denn welche Heizung die energie- bzw. kosteneffizienteste ist, hängt stark von den individuellen Begebenheiten des Gebäudes ab. So kann zum Beispiel eine Wärmepumpe trotz besserer Effizienznoten in einem ungedämmten Baubestand höhere Betriebs- und Investitionskosten verursachen als ein Gas- oder Holzheizkessel. Die Beratung eines Fachmanns dazu ist auf jeden Fall sehr ratsam. 

Neben dem Effizienzstatus informiert das Label Verbraucher auf weitergehende Energieberatungen wie z.B. Heizungschecks oder die Vor-Ort-Beratung sowie auf Förderungen der KfW und des BAFA. Das Ziel der Bundesregierung in Zeiten der Energiewende liegt auf der Hand: Kenntnisse der Verbraucher zum Zustand ihres Heizkessels verbessern und so die Motivation zum Austausch hin zu einem hoch effizienten System erhöhen. 

Damit das Effizienzlabel für alte Heizungen nicht als Akquise-Instrument missbraucht wird, dürfen die Label nur angebracht werden, wenn der Aussteller „mit dem Eigentümer oder Mieter des jeweiligen Gerätes in einem bestehenden Vertragsverhältnis mit Bezug zu den Heizgeräten oder zur energetischen Sanierung des Gesamtgebäudes“ steht oder vom Eigentümer oder Mieter mit der Untersuchung der Heizgeräte beauftragt worden ist. 

Für den Eigentümer oder Mieter ist das Anbringen des Etiketts kostenfrei. Sie müssen für die Etikettierung nicht selbst aktiv werden, haben das Anbringen des Etiketts jedoch zu dulden. 

Hintergrund:

Das Energieeffizienzlabel geht zurück auf die 2009 beschlossene Ökodesign-Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates. Diese sogenannte ErP-Richtlinie

wurde 2013 durch Verordnungen der Kommission präzisiert. Die Richtlinie soll vor allem für die Kennzeichnung energieverbrauchsrelevanter Produkte einen rechtlichen Rahmen schaffen. 

Informationen/Kontakt:

Im Internetportal ALTBAUNEU gibt es unter www.alt-bau-neu.de/remscheid Wissenswertes zu Heizungssystemen, zur energetischen Gebäudemodernisierung, alle relevanten Förderprogramme und eine Übersicht aller Beratungsangebote. Eine kostenfreie Info-Mappe mit Tipps zur Heizung und einem Heizungsentlüfterschlüssel gibt es bei der Stadt Remscheid, Fachdienst Umwelt, Monika Meves, Telefon (02191) 16 – 33 13 und E-Mail geschützte E-Mail-Adresse als Grafik.


21.09.2015
 

Pressestelle

Frau Viola Juric