Remscheid wird Studienort der Rhein. Fachhochschule Köln

Beteiligte Studienort

Remscheid wird Studienort der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH)

Gemeinsame Medieninformation der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH) und der Stadt Remscheid zur Vorstellung des Projekts: Open-Access-University in Remscheid-Honsberg

1. Das Projekt - Zusammenfassung
Die Stadt Remscheid ist als Wirtschaftsstandort verwurzelt mit der industriellen Produktion im Bereich der Metallverarbeitung. Trotz einer hohen Fachkräftedichte verfügt die Stadt bisher über kein Hochschulangebot vor Ort, das die akademische Qualifikation am Bedarf der Unternehmen anbietet.
Um diese Lücke zu schließen, sind der Remscheider Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und der Präsident der Rheinischen Fachhochschule Köln gGmbH (RFH), Professor Dr. Martin Wortmann, zusammengekommen. Folgende Maßnahmen sind geplant:
1. Das Bergische Land bietet zahlreichen, vorwiegend mittelständisch geprägten Produktionsbetrieben ihre Heimat. In Zukunft besteht dort steigender Bedarf nach Fach- und Führungskräften, unter anderem mit Ingenieurausbildung. Vor dem Hintergrund wird in Remscheid ein RFH-Studienort eröffnet, an dem sukzessive wirtschaftliche und technische Studiengänge angeboten werden, die den Bedürfnissen der Region und den Anforderungen durch den demographischen Wandel Rechnung tragen. Mit den auf die Region abgestimmten Studiengängen wollen die Stadt Remscheid und die RFH ein Signal setzen.
Am Berufsbildungszentrum der Remscheider Metall- und Elektroindustrie GmbH startet die RFH bereits im Wintersemester 2018/19 den Ingenieurstudiengang Produktionstechnik. Damit ist ein erster Schritt gemacht. Weitere Studiengänge sind in Remscheid zum Wintersemester 2019/2020 geplant.
2. Im Rahmen des Remscheider Studienortes soll eine Open-Access-University in einem leerstehenden Schulgebäude im Stadtteil Honsberg entwickelt werden, die einen direkten Austausch mit der Gesellschaft möglich macht und integrativer Bestandteil werden soll. Bei der Remscheider Open-Access-University handelt es sich um ein neues Konzept, das zu einem Vorzeigeprojekt deutschlandweit werden kann. Dieses komplexe Projekt muss allerdings erst etabliert werden und braucht eine mehrjährige Entwicklungslaufzeit. Das kann nur funktionieren, wenn Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft das Vorhaben partnerschaftlich unterstützten.
3. Da es sich um ein gemeinnütziges Projekt handelt, kann das Vorhaben einer Open-Access-University nur mit Hilfe von eingeworbenen Drittmitteln gelingen – durch lokale Einrichtungen (Verwaltung), Fördermittel aus Europa, von Bund und Land. Es ist eine vorrangige Aufgabe, diese Fördermittel einzuwerben. 

2. Akteure
Historisch gilt das Bergische Land als ein wichtiger Standort der deutschen Werkzeugindustrie. Nach wie vor konzentriert sich in dieser Region eine Vielzahl an erfolgreichen Unternehmen aus diesem Wirtschaftszweig. In den vergangenen Jahren hat die Stadt Remscheid, insbesondere im produzierenden Gewerbe, einen erheblichen Verlust von Arbeitsplätzen hinnehmen müssen. Die Folgen waren unter anderem ein Bevölkerungsrückgang sowie eine deutliche Veränderung der Bevölkerungsstruktur hin zu einem hohen Anteil älterer Einwohner und Menschen mit Migrationshintergrund.
Ein Kernproblem der produzierenden Unternehmen am Standort besteht in einem rückläufigen Arbeitskräftepotenzial (Anteil der 18- bis 64-Jährigen), hervorgerufen unter anderem durch die Abwanderung von qualifizierten Remscheider Schülerinnen und Schülern in andere Städte. Die teilweise als unattraktiv empfundene Wohn- und Lebenssituation in der Stadt Remscheid birgt die Gefahr, dass selbst bedeutende, seit Jahrzehnten heimische Unternehmen ihren Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern nicht mehr decken können und zur Verlagerung ihres Stadtorts gezwungen sein werden.
Insofern besteht eine Kernaufgabe der Stadt Remscheid darin, ihre Attraktivität als Wohn- und Lebensraum zu steigern und alle Mitbürgerinnen und Mitbürger über hochwertige Qualifizierungsmaßnahmen für den Arbeitsmarkt interessant zu machen. Dazu soll die Integration einer nach dem Konzept der „Open-Access-University“ aufgestellten Hochschule einen wichtigen Beitrag leisten.
Die Rheinische Fachhochschule Köln (RFH) ist eine staatlich anerkannte Fachhochschule in privater, gemeinnütziger Trägerschaft. Sie bietet zurzeit 20 Bachelor- und 14 Masterstudiengänge Vollzeit, dual und berufsbegleitend an - in den Fachbereichen Ingenieurwesen, Medien, Medizinökonomie & Gesundheit, Wirtschaft & Recht sowie Logistikmanagement, Marketing- und Kommunikationsmanagement. Mit ca. 6.500 Studierenden gehört die Rheinische Fachhochschule Köln zu den größten Bildungsträgern in Köln.
Die RFH verfolgt seit vielen Jahren die „Dritte Mission“, den unmittelbaren Austausch mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft und pflegt einen lebendigen Transfer mit den an Köln angrenzenden Regionen wie dem Kreis Heinsberg, dem Kreis Euskirchen, Rhein-Erft und auch dem Bergischen Land. Sie hat in diesen Regionen bereits Studienorte etabliert und fördert hierdurch den Transfer von Wissen in die Gesellschaft. Berufstätige und Auszubildende aus dieser Region haben den Vorteil, abends und samstags ihr Studium zu absolvieren und parallel einer Vollzeit-Beschäftigung nachzugehen.

3. Die Idee der Open-Access-University – „Dritte Mission“
Der Begriff der „Open-Access-University“ soll durch das Projekt der Stadt Remscheid mit der RFH neuartig verstanden und interpretiert werden. Im Sinne der „Dritten Mission“, präsentiert sich die Hochschule dabei als wichtiger Bestandteil eines Stadtviertels, nimmt Einfluss auf das tägliche Leben seiner Bewohnerinnen und Bewohner und leistet Beiträge zur Stadtentwicklung. Die Hochschule wird so zu einem wichtigen Akteur bei der Zukunftsgestaltung des Lebensraums im akademischen und nicht-akademischen Bereich.
Dazu gehört auch projektbegleitende Forschung, F&E Projekte, die in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und Hochschulen wie der Universität Wuppertal durchgeführt werden sollen.

4. Der Standort
Die Stadt Remscheid sieht im Stadtbezirk Alt-Remscheid mit den unmittelbar nebeneinanderliegenden Stadtteilen Remscheid-Stachelhausen und Remscheid-Honsberg den größten Handlungsbedarf. Aus diesem Grund wurde als Standort der Open-Access- University ein leerstehendes Schulgebäude im Stadtteil Honsberg ausgewählt. Gerade dieser vom demographischen Wandel betroffene und durch Migration sich verändernde Stadtteil, kann durch die Integration einer offenen und bürgernahen Hochschule eine immense Aufwertung erfahren. Mit der hohen Zahl an Migrantinnen und Migranten gibt es hier ein großes Potenzial zur Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte für die Remscheider Industrie und das Dienstleistungsgewerbe.

04.09.2018
 

Pressestelle

Frau Viola Juric