Stille Örtchen für alle!

Am 19. November ist Welttoilettentag. Schon wieder so ein Tag, den keiner braucht, könnte man meinen…

Auf den ersten Blick mag das vielleicht stimmen. Denn seit über 150 Jahren sind WCs bei uns bereits flächendeckend vorhanden und ihre tägliche Nutzung für uns selbstverständlich. Aber rund 2,5 Milliarden Menschen haben auf dieser Erde keinen Zugang zu ausreichend hygienischen Sanitäranlagen. Und für diese Menschen haben die Vereinten Nationen 2013 den Welttoilettentag eingeführt.

Mit gutem Grund, denn wenn Menschen ihre Notdurft im Freien verrichten, gelangen Fäkalien in Bäche und Flüsse, aus denen Trinkwasser geschöpft wird. Durchfallerkrankungen sind die Folge, an denen weltweit mehr Menschen sterben als an Aids, Malaria und Masern zusammen. Der Zugang zu Toiletten ist daher kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis des Menschen. Und das nicht nur der Gesundheit zuliebe. In vielen Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas verlassen Mädchen dauerhaft die Schule, weil es für sie keine sicheren und sauberen Toiletten gibt. 

Aber auch bei uns strahlt nicht jede Toilette in reinstem Glanz und oft dienen die stillen Örtchen auch als Ersatz für den Mülleimer: für Speisereste, über die sich die Ratten im Kanal freuen; für Feuchttücher, die unsere öffentlichen Pumpanlagen außer Funktion setzen und für abgelaufene Medikamente. Die Inhaltsstoffe der Tabletten und Pillen werden von den Kläranlagen aber nicht aufgehalten und gelangen so in Bäche und Flüsse und von dort ins Meer und über die Nahrungskette wieder zu uns. 

Wenn es durch diesen Tag gelingt, das Bewusstsein für diese Zusammenhänge zu erweitern und künftig das WC nicht mehr als Mülleimer benutzt wird, ja, dann ist dieser Tag sinnvoll und wichtig.


26.10.2018
 

Pressestelle

Frau Viola Juric