TBR-Stadtforstamt Remscheid informiert :

Beginn der herbstlichen Waldpflegesaison und Fortsetzung des ökologischen Waldumbaus ab Mitte Oktober

Unser Wald ist durch den Klimawandel akut bedroht. Er ist auch in Remscheid und im gesamten Bergischen Land im Klimastress und benötigt Hilfe.

Der gesellschaftlich geforderte und in Remscheids Wäldern seit Jahren bereits praktizierte ökologische Waldumbau erfordert laufend konkrete Maßnahmen. Stufig aufgebaute und naturnahe Waldbestände mit möglichst vielen unterschiedlichen Baumarten, in denen Bäume aller Altersklassen und Dimensionen nebeneinander vertreten sind, erfordern eine turnusmäßige Waldpflege – auch und insbesondere in der aktuell problematischen Situation.

Vorrangiges Ziel dieser Pflegemaßnahmen ist es, vitale oder in ihrer Wuchsdynamik gegenüber anderen Baumarten unterlegene Bäume, wie z.B. Eichen, Vogelkirschen und Ahorne durch Öffnung des zuvor geschlossenen Kronendaches zu fördern. Vitale Bäume und der häufig bereits vorhandene junge Baumnachwuchs erhalten so mehr Wuchsraum. So wird Licht in zuvor geschlossene Waldbestände gebracht und die eingeleitete natürliche Verjüngung des Waldes unterstützt.

Dafür, dass dies im TBR-Stadtforstamt seit bereits 20 Jahren erfolgreich und vorausschauend umgesetzt wurde, erhielt die Stadt Remscheid im März dieses Jahres im NRWLandtag sogar den NRW-Preis für vorbildliche Waldbewirtschaftung, verliehen durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. und das NRW-Umweltministerium.

Dennoch sorgen sich viele Bürgerinnen und Bürger um ihren Wald. Sie fragen sich, was es mit den vielfach sichtbaren Farbmarkierungen auch auf gesunden Bäumen auf sich hat. Der für alle mittlerweile spürbare Klimawandel zwingt dazu, Waldbestände in puncto Stabilität durch verschiedene Alter und Mischung verschiedener Baumarten auf die Folgen der Klimaveränderung weiter und besser vorzubereiten. So werden Risiken für den Wald, z.B. durch Stürme, Schädlinge oder Trockenheit möglichst breit verteilt und insgesamt verringert.

Die Bewirtschaftung des Remscheider Waldes erfolgt dabei nach den Grundsätzen einer naturgemäßen Waldwirtschaft und ist bereits seit dem Jahre 2001 nach den allgemein anerkannten Prinzipien des PEFC zertifiziert. (*1, *2)

Wesentlicher Bestandteil des forstlichen Auftrages des TBR-Stadtforstamtes ist es, nachhaltig zu wirtschaften und darüber hinaus auch die regionale Nachfrage nach Rundholz zu befriedigen und so den nachwachsenden Rohstoff Holz wertschöpfend zu vermarkten.
Nachweislich werden durch den Einschlag und die Verarbeitung von je 100 Festmeter Rohholz in Deutschland ein Arbeitsplatz in der Forst- und Holzbranche dauerhaft gesichert.

Was die Nachhaltigkeit betrifft, so wird in den Remscheider Wäldern nachweislich nur etwas mehr als die Hälfte des tatsächlich zuwachsenden Holzes genutzt.

Um einen ökologischen Waldumbau zu erreichen, ist es erforderlich, die Waldbestände regelmäßig zu pflegen, d.h. es müssen auch gesunde Bäume entnommen werden, weil alte Bäume mit großen Kronen einfach mehr Platz zu ihrer Entfaltung benötigen. Auch hierfür
dienen die sichtbaren Farbmarkierungen.
Dies geschieht im Remscheider Wald planmäßig in einem Turnus von i.d.R. fünf Jahren – auch und gerade in den hiesigen Naturschutzgebieten.

Dass die Pflege und Durchforstung von Waldbeständen in Naturschutzgebieten nicht nur seine Richtigkeit hat, sondern sogar explizit diesen Naturschutzzwecken dient, geht u.a. aus den rechtsgültigen Landschaftsplänen für Remscheid hervor. Daher sind Waldpflegemaßnahmen und -konzepte auch langfristig mit der Biologischen Station und den Naturschutzbehörden abgestimmt und werden auch von den örtlichen Naturschutzverbänden wie dem NABU oder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald mit
unterstützt.

Das bei den Waldpflegemaßnahmen anfallende Holz wird durch das TBR-Stadtforstamt verkauft. Rückepferde helfen uns dabei diese Maßnahmen besonders bodenschonend und vorbereitend für die im Nachgang eingesetzte Forsttechnik durchführen zu können.
Es kann vorkommen, dass bereits verkaufte Stämme von Fuhrunternehmern der Holzkäufer übersehen oder der Wald als zeitweises Außenlager von Sägewerken und holzverarbeitenden Betrieben liegengelassen werden. Restholz, das nicht einer stofflichen oder energetischen Verwertung zugeführt wird, verbleibt als für den Wald wichtige Biomasse auf der Fläche und bietet einer Vielzahl von Organismen einen Lebensraum.
Die im Holz gebundenen Nährstoffe werden bei der Verrottung freigesetzt und stehen dem Waldboden wieder zur Verfügung.

Für den unbedarften Waldbesucher hinterlässt das allerdings den Eindruck eines eher „unaufgeräumten“ Waldes. Die Natur selbst kennt und braucht dabei keinen „aufgeräumten“ Wald.

Das für das Waldökosystem erhaltenswerte stehende Totholz kann innerhalb des Bestandes bei der Maßnahme gezielt markiert und dauerhaft als Lebensraum für viele Vogelarten, Fledermäuse, Insekten und Pilze erhalten werden.

Von den vielerorts deutlich sichtbaren Erfolgen dieses Waldumbaus der letzten Jahre können sich Waldbesucher in vielen Waldgebieten Remscheids, insbesondere im Bereich Küppelstein, in Lüttringhausen oder an Eschbach- und Neyetalsperre (Wipperfürth) vor Ort
selbst überzeugen.


*1 Empfehlenswert dazu: www.anw-nrw.de, Internetauftritt der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft NRW
*2 PEFC – „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“; www.pefc.de





Für weitere Auskünfte stehen die Mitarbeiter des TBR-Stadtforstamtes ansonsten gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Remscheider Wald erhalten Sie unter :
http://tbr-info.de/forst.html
oder unter
Tel. 02191-16 2074
Fax 02191-16 2007
Email geschützte E-Mail-Adresse als Grafik
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Geschäftsbereich 4.0 - Grünflächen, Friedhöfe und Stadtforstamt
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