Wir sind fassungslos über das Geschehene in Halle

Aus Anlass der schrecklichen Ereignisse des gestrigen Abends in Halle (Saale) legt die Stadt Remscheid ab heute Nachmittag, 16.30 Uhr, bis einschließlich Freitag, 18. Oktober, im Foyer des Rathauses Remscheid (Theodor-Heuss-Platz 1, 42853 Remscheid) ein Kondolenzbuch aus. Remscheiderinnen und Remscheider sind herzlich dazu eingeladen, ihre Gedanken und Gefühle als Ausdruck der Anteilnahme und Solidarität niederzuschreiben und auf diese Weise der eigenen Trauer um das Geschehene Ausdruck zu verleihen.

Stadt Remscheid legt Kondolenzbuch im Rathausfoyer aus

Nachfolgend der Eintrag der Stadt Remscheid im Kondolenzbuch, das später der Jüdischen Kultusgemeinde in Wuppertal zugehen soll.

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Wir sind fassungslos über das Geschehene.

Wir trauern um zwei Menschen, die Opfer eines Terroraktes wurden, weil sie sich dem Täter entgegenstellten. Wir sind in unseren Herzen bei ihren Angehörigen, die den Tod geliebter Menschen beklagen müssen. Sie sollen wissen, dass sie in diesen schweren Stunden nicht alleine sind.

Wir sind mit unseren Herzen bei den Gemeindegliedern der Jüdischen Kultusgemeinde in Halle an der Saale, die sich am jüdischen Versöhnungsfest Yom Kippur in ihrer Synagoge versammelten. Sie wurden während des Gottesdienstes Ziel eines Terroranschlages, dessen letztendliches Scheitern nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass dieser Angriff auf ein jüdisches Gotteshaus uns allen galt - unserer friedlichen, toleranten und solidarischen Gesellschaft genauso wie unserem freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat.

Wir fühlen uns von Herzen verbunden mit den Gemeindegliedern unserer Bergischen Jüdischen Kultusgemeinde. Wir stehen an der Seite des in sieben Jahrzehnten nach der Shoa wieder erstandenen und erblühten jüdischen Lebens im Bergischen Land.

Wir müssen achtsam sein, wenn Zwietracht und Hass in unserem Land gestreut werden - erst in Gedanken, dann in Worten - und später in Taten. Wir müssen zusammenstehen, um unsere Gesellschaft und unseren Staat gegen diese Angriffe zu verteidigen. Wir müssen unsere Lebensweise in einem von Toleranz und Respekt gelebten Miteinander schützen, indem wir uns jenen entgegenstellen, die Zwietracht und Hass zwischen den Menschen in unserer Stadt und in unserem Land zu säen versuchen. 

In unserem täglichen Handeln sind wir unserem ersten Verfassungsgebot verpflichtet:

"Die Würde des Menschen ist unantastbar."

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Das Rathaus Remscheid ist montags bis freitags von 7.30 bis 17 Uhr geöffnet.

Als Ausdruck der Anteilnahme und Solidarität hat Remscheid Trauerbeflaggung am Rathaus Remscheid, am Lüttringhauser Rathaus und am Teo Otto Theater vorgenommen.


10.10.2019
 

Pressestelle

Frau Viola Juric