Eichenprozessionsspinner|Infos, Verhaltensregeln & Aktuelles

Eichenprozessionsspinner (Bildnachweis: Technische Betriebe Remscheid – Michael Zirngiebl)
Eichenprozessionsspinner (Bildnachweis: Technische Betriebe Remscheid – Michael Zirngiebl)

Wie erkenne ich den Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein rund drei Zentimeter großer grauer Nachtfalter, der Ende August/Anfang September schlüpft. Gefährlich für Mensch und Haustier kann er aber nur vorher als Raupe werden. Anders als sein Nest, von dem das ganze Jahr eine Gefahr ausgeht.

Die Raupen schlüpfen im Mai und leben, wie der Name schon sagt, eigentlich nur auf Eichen. Hier verstecken sie sich tagsüber in ihren weiß gewobenen Nestern, die Gespinste heißen und aussehen wie weiße ausgedünnte Zuckerwatte. Nachts wandern die Raupen hungrig alle hintereinander aufgereiht wie in einer Prozession (daher der Name) in die Baumkronen zu den saftigen Blättern.

Warum sind der Eichenprozessionsspinner und sein Nest gefährlich?

Die Raupe ist mit winzigen Brennhaaren ausgestattet. Diese Brennhaare verliert sie im Nest oder wirft sie bei Stress ab – zum Beispiel dann, wenn sie sich durch Mensch oder Tier bedroht fühlt, weil sie zu nahe kommen oder sie sogar berühren. 

Die Brennhaare können bei Mensch und Tier Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen. Juckende entzündliche Ausschläge, Schwellungen, Fieber, Atemnot oder Kreislaufreaktionen können die Folge sein.

Eichenprozessionsspinner entdeckt? Hier die wichtigsten Verhaltensregeln!

Zu Allererst: Die Nähe oder den Kontakt mit den Raupen unbedingt vermeiden. Gleiches gilt für die Nester des Schädlings.

Zweitens: Die Beobachtung – egal ob im öffentlichen Raum oder auf eigenem Grundstück – sofort an die Leitstelle der Feuerwehr unter der Rufnummer (0 21 91) 16 - 24 00 melden. Die Feuerwehr entscheidet dann, was akut zu tun ist.

Drittens: Bei Kontakt mit den Härchen betroffene Körperstellen sofort abspülen und bei gesundheitlichen Beschwerden ärztliche Hilfe –  je nach Schwere auch den Rettungsdienst – in Anspruch nehmen. Kontaminierte Kleidung schnell und vorsichtig wechseln, bei mindestens sechzig Grad waschen. 

Der Eichenprozessionsspinner befindet sich auf meinem Grund und Boden?

Der Eigentümer eines Grundstücks, auf dem der Eichenprozessionsspinner auftaucht, muss Sorge dafür tragen, dass der Schädling und seine Nester von einer Fachfirma entsorgt werden. Es gibt Fachfirmen, die genau für diese Arbeiten extra ausgestattet sind und ihre Mitarbeiter entsprechend geschult haben.

Bitte auf gar keine Fall selbst Hand anlegen! Die Schädlinge und Nester können nur gefahrlos und auf Dauer mit Hilfe eines speziellen Absauggeräts entfernt werden!

FACHFIRMA GESUCHT?

Hier die Links zu den Dachverbänden der Schädlingsbekämpfungs-Fachfirmen

Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung

Deutscher Schädlingsbekämpfer Verband e.V.

Aktuelle Fachfirmen zur Bekämpfung lassen sich außerdem in Suchmaschinen mit den Suchwörtern „Eichenprozessionsspinner“, „Fachfirmen“ oder „Baumpflege“ finden.

Eichenprozessionsspinner im Wald wird nicht entfernt! Keine Meldung erforderlich!

Wichtig zu wissen ist, dass der Schädling und seine Gespinste im Wald - anders als an Stadt- und Parkbäumen - in der Regel nicht beseitigt werden. Der Grund hierfür ist ein rechtlicher: Nach Landesforstgesetz und Bundeswaldgesetz stellt ein Eichenprozessionsspinner-Befall eine sogenannte "waldtypische Gefahr" dar, "mit der Waldbesucher zu rechnen haben". Wer im Wald auf den Spinner stößt, muss seine Beobachtung also nicht der Feuerwehr melden. Hier gilt die allgemeine Verhaltensregel: Nähe oder Kontakt mit Raupen und Nestern unbedingt vermeiden!

AKTUELLES


06.08.2020: Parkanlage am Albert-Tillmanns-Weg betroffen

In der Parkanlage am Albert-Tillmanns-Weg wurden an sechs Bäumen die Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners festgestellt.

Die befallenen Bereiche wurden abgesperrt und mit Hinweisschildern versehen. Die Entfernung der Gespinstnester wird morgen, 7. August, durchgeführt.


26.06.2020: Weitere Gespinste entdeckt

An der Sportanlage Bliedinghausen weisen fünf Eichen Gespinstnester auf. Weiterhin ist jeweils eine Eiche an der Straße Dicke Eiche und am fußläufigen Verbindungsweg Wallburgstraße zur Reinshagener Straße mit dem Eichenprozessionsspinner befallen.

Die Bereiche sind gekennzeichnet und mit Warnhinweisen versehen. Die Beseitigung der Nester ist beauftragt.


22.06.2020: EPS-Befall auf dem Parkfriedhof Bliedinghausen

Heute sind auf dem städtischen Parkfriedhof Bliedinghausen zwei Eichen mit Gespinstnestern des Eichenprozessionsspinners festgestellt worden. Die Bereiche wurden gesichert, Hinweisschilder wurden angebracht, die Beseitigung der Nester wird im Laufe dieser Woche erfolgen.


19.06.2020: Neuer EPS-Befall im Remscheider Stadtpark und auf dem Gelände der Kita Sedansberg

Heute wurden im Remscheider Stadtpark drei weitere Bäume mit Gespinstnestern ausgemacht. Ein Baum befindet sich auf dem Spielplatz.

Außerdem ist eine Eiche auf dem Gelände der Kita Sedansberg befallen. 

Die betroffenen Bereiche wurden abgesperrt, Hinweisschilder wurden an den Absperrungen angebracht, die Beteiligten wurden entsprechend informiert.

Am kommenden Montag (22.06.) werden die Nester beseitigt.


19.06.2020: Neue Befälle auf Waldfriedhof Reinshagen und an Sportanlage Stadtpark

Auf dem Waldfriedhof Reinshagen gibt es 12 weitere Bäume mit Gespinstnestern. Außerdem ein Baum an der Sportanlage Stadtpark. 

Es gilt auch hier wie immer: Die Sicherung der Bereiche inklusive Hinweisschilder ist erfolgt, ebenso die Information der Betroffenen. Die Beauftragung zur Beseitigung der Nester ist in die Wege geleitet.


17.06.2020: Neue Standorte mit EPS-Befall

Im Remscheider Stadtgebiet wurden in folgenden Bereichen weitere Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners gefunden:

  • Spielplatz Von-Bodelschwingh-Siedlung,
  • Berufskolleg Technik,
  • Johann-Vaillant-Platz,
  • Sportanlage Neuenkamp,
  • Adlerstraße,
  • Sportanlage Neuenhof,
  • Friedhof Reinshagen und
  • Freibad Eschbachtal.

Wie üblich wurden die Bereiche abgesperrt und mit Hinweisschildern versehen, ebenso wurden die jeweils Beteiligten informiert. Die Entfernungen sind beauftragt und werden am morgigen Donnerstag (18.06.) erfolgen. Überwiegend handelt es sich um Einzelfunde, lediglich an der Sportanlage Neuenkamp sind zwei Bäume und im Freibad drei Bäume betroffen.


09.06.2020: Befallen sind Eichen an der Gemeinschaftsgrundschule Stadtpark, am Sportplatz Stadtpark und am Spielplatz Sonnenbad im Stadtteil Honsberg.

Heute (09.06.) sind an weiteren Bäumen im Stadtgebiet Remscheid Eichenprozessionsspinner festgestellt worden. Befallen sind Eichen an der Gemeinschaftsgrundschule Stadtpark, am Sportplatz Stadtpark und am Spielplatz Sonnenbad im Stadtteil Honsberg.

Alle Einrichtungen und beteiligten Akteure sind informiert, die betroffenen Bereiche sind abgesperrt. Die Beseitigung durch eine Fachfirma ist beauftragt, sie erfolgt am kommenden Montag (15. Juni).


08.06.2020: Weitere Eichenprozessionsspinner entdeckt. Betroffen sind die Kindertageseinrichtung Fürberg und das Schulzentrum Klausen.

Heute (08.06.2020) wurden an städtischen Grundstücken zwei weitere Bäume mit Befall durch den Eichenprozessionsspinner ausgemacht. Betroffen sind die Kindertageseinrichtung Fürberg und das Schulzentrum Klausen. 

Die Gespinste werden in den nächsten Tagen von einer Fachfirma entfernt. Solange bleiben die Fundbäume abgesperrt. Die Gefährdungsbereiche sind mit Warnhinweisen versehen. Die Einrichtungen sind entsprechend informiert.

Hinweistafel (Foto: Krömer FW-RS)
Hinweistafel (Foto: Krömer FW-RS)

28.05.2020: Kleine Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt. Fundbäume werden kurzfristig abgesperrt. Fachfirma ist mit Beseitigung beauftragt.

An drei Fundorten haben die Technischen Betrieb Remscheid (TBR) heute den Eichenprozessionsspinner ausgemacht. Betroffen sind im Remscheider Stadtpark zwei Bäume an der Grillwiese und ein Baum in Nähe des Spielplatzes Elsa-Brandström-Weg. Kleine Nester finden sich außerdem in einem Baum am Spielplatz Bökerhöhe und in einem Baum am Waldfriedhof. 

Die Gespinste werden heute und morgen von einer Fachfirma entfernt. Solange bleiben die Fundbäume abgesperrt. Die Gefährdungsbereiche sind mit Warnhinweisen versehen.


20.05.2020: Eichenprozessionsspinner im Stadtpark entdeckt │ Spielplatz Elsa-Brandström-Weg ist kurzfristig gesperrt

Auf dem Spielplatz Elsa-Brandström-Weg im Stadtpark wurde heute der Eichenprozessionsspinner entdeckt. Es handelt sich um ein kleines Nest in zehn bis zwölf Meter Höhe. Es ist mit bloßem Auge in der Baumkrone kaum auszumachen. 

Der Spielplatz Elsa-Brandström-Weg wurde kurzfristig gesperrt. Eine Fachfirma wird noch heute im Laufe des Tages das Nest unter Einsatz eines Hubsteigers entfernen. Anschließend wird der Spielplatz wieder geöffnet. 

Passend zur stadtweiten Spielplatzfreigabe am 7. Mai hatte das Grünflächenteam der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) den letztjährigen Hotspot der Raupe kontrolliert und Entwarnung gegeben. Er war – wie andere potentiell gefährdete Baumbestände im Stadtgebiet auch – raupenfrei. Die Baumkontrollen werden weiter engmaschig durchgeführt.


18.03.2020: Saison für Eichenprozessionsspinner beginnt – Stadt und TBR haben sich nach tierischen Unterstützern umgesehen und zeigen sich gut gerüstet

Auch in diesem Jahr wird uns wahrscheinlich der Eichenprozessionsspinner (EPS) in Remscheid wieder beschäftigen. Die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) haben sich darauf vorbereitet und sich nach tierischen Helfern umgesehen. Neben der Feuerwehr haben auch die TBR eine schnelle und helfende Eingreiftruppe bestehend aus mehreren geschulten Mitarbeitern aus dem Grünpflege- und Baumbereich, die Anfangs-Probleme durch Raupen und deren Gespinste beseitigen kann. Dafür stehen spezielle Absauggeräte, Schutzkleidung und Absperrmaterialien bei den TBR zur Verfügung.

Die Stadtverwaltung hat im Zuge der zunehmenden EPS-Problematik bereits im vergangenen Jahr das "Beratungsgremium EPS" ins Leben gerufen, in der sich unter der Leitung der Ordnungsdezernentin Barbara Reul-Nocke mit der Thematik betroffene städtische Fachdienste regelmäßig austauschen und Maßnahmen beraten.

Mit der helfenden Unterstützung von Meise & Co wollen die TBR in diesem Jahr neue Wege beschreiten, um der weiteren Ausbreitung des EPS zusätzlich Einhalt zu gebieten. Die Anbringung von 100 Vogelnistkästen im Stadtpark wurde in dieser Woche hierfür abgeschlossen. Zahlreiche weitere Nistkästen, verteilt über das ganze Stadtgebiet, werden noch kurzfristig folgen.

Pro Jahr vertilgt beispielsweise ein Meisenpaar, das bis zu zweimal im Jahr Junge aufziehen kann, rund 35 bis 75 Kilogramm Insekten, zumeist als Raupen. Meisen, natürliche Fressfeinde der Eichenprozessionsspinner-Raupen, vertilgen insbesondere die jungen Stadien der Raupen und können so wirksam die Entwicklungskette des EPS unterbrechen, die als ausgewachsene Raupen erhebliche gesundheitliche Beschwerden hervorrufen können.

Eine große Vogelpopulation benötigt für ihre Nachkommen ein entsprechendes Nahrungsangebot, so dass nicht ausgeschlossen ist, dass auch ältere Raupenstadien mit ihren problematischen Brennhaaren gefressen werden.  Meisen und Co. werden sich je nach Vorliebe darüber hinaus bei ihrer Futtersuche auch auf andere problematische Insektenlarven und Motten, wie zum Beispiel Buchsbaumzünsler und Kastanienminiermotte stürzen.

Weitere Hinweise und Informationen unter

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/01083.html

https://www.gartenpraxis.de/Meisen-als-Nuetzlinge,QUlEPTYwODA0MTkmTUlEPTExNTE.html


 

Pressestelle

Frau Viola Juric