Namensänderung (öffentlich-rechtlich)Symbol für eine Dienstleistung

Kurzbeschreibung

Öffentlich-rechtliche Namensänderungen sind nur in Ausnahmefällen möglich. Sie unterscheiden sich von den "Erklärungen zur Namensführung".

Beschreibung

 Wann kann ich eine Namensänderung beantragen?

Abgrenzung zum Bürgerlichen Recht:

In den Vorschriften des bürgerlichen Rechts (BGB) ist das Namensrecht umfassend und nach dem Willen des Gesetzgebers grundsätzlich abschließend geregelt. Bei familienrechtlichen Vorgängen wie Geburt, Eheschließung, Eheauflösung usw. bietet das bürgerliche Gesetzbuch ein umfangreiches Repertoire namensrechtlicher Erklärungsmöglichkeiten an. Mit diesen Regelungen sollen nach dem Willen des Gesetzgebers im Grundsatz alle namensrechtlichen Fragen abschließend geregelt sein.

Das bedeutet zugleich, dass die öffentlich-rechtliche Namensänderung Ausnahmecharakter hat und dass mit ihr die vom Gesetzgeber bewusst gezogenen Grenzen des bürgerlichen Rechts nicht umgangen werden können. Sofern eine Erklärungsmöglichkeit nach dem BGB besteht (§§ 1617 bis 1618 BGB sowie § 1355 BGB), kommt eine Änderung nach dem Namensänderungsgesetz nicht in Betracht. Das deutsche Namensrecht wird nicht vom Grundsatz der Namensfreiheit beherrscht. Weder Vor- noch Familiennamen stehen zur freien Disposition. Ein Vor- oder Familienname darf nur dann geändert werden, wenn ein "wichtiger Grund" im Sinne des Namensänderungsgesetzes (§ 3 NamÄndG) die Änderung rechtfertigt.

In der Praxis kommen folgende Fallgruppen häufig vor (nicht abschließend):

  • Sammelnamen sind Familiennamen mit Verwechslungsgefahr (beispielsweise Maier, Müller, Schmidt);
  • Familiennamen, die anstößig oder lächerlich klingen oder die zu unangemessenen oder frivolen Wortspielen Anlass geben;
  • Schwierigkeiten in Schreibweise und Aussprache, die über das Normalmaß hinausgehende Behinderungen zeitigen;
  • Probleme durch abweichende Schreibweisen von Familiennamen mit "ss" oder "ß" oder von Familiennamen mit Umlauten wie "ae", "oe" usw., die zu erheblichen Behinderungen führen.  
  • Lange und besonders umständliche Namen (z.B. „Grüner genannt Waldmüller“)

Bei der Auswahl des neuen Vor- oder Familiennamens sind Sie nicht völlig frei. So darf der neue Familienname nicht bereits den Keim neuerlicher Schwierigkeiten in sich tragen, sei es weil es sich um einen Sammelnamen handelt oder weil er wie der bisherige Name schwierig zu schreiben und/oder zu sprechen ist. Bei Schwierigkeiten in der Schreibweise und Aussprache wird in der Regel die Änderung der Namensschreibweise ausreichen.

Kontaktdaten

Telefax (0 21 91) 16 - 32 87