Kein Technik- und Industriemuseum ohne Dampfmaschine! Stolzes Herzstück der Dauerausstellung im Deutschen Werkzeugmuseum ist – wie in vielen Partnermuseen – eine betriebsfähige „liegende Expansions-Tandem-Dampfmaschine“ der Firma Reinoldt. Andere Großexponate, anhand derer sich die technische Innovationsgeschichte der Industrialisierung und insbesondere die Entwicklung der Produktionstechnologie des Stahls erzählen lässt, sind jedoch weitaus seltener vertreten.
Aus der Historie: Ein besonderes Stück der Ausstellung ist der Lichtbogenofen nach dem Patent von Paul Héraut. Richard Lindenberg nahm ihn 1906 in seinem Stahlwerk in Betrieb – wahrscheinlich wurde darin die erste Charge Elektrostahl im deutschsprachigen Raum geschmolzen. Der Ofen ist ein stummer Zeuge dafür, dass wichtige Impulse für die Stahlproduktion von Remscheid aus in die Welt gingen.
Auch wenn sich das Verfahren angesichts der gigantischen Stahlmengen des 20. Jahrhunderts nicht als Standard durchsetzen konnte, wurden hier die Grundlagen für den heutigen Elektrostahl und nachhaltige Produktionsweisen gelegt.